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Menschen. MENSCHEN: M-E-N-S-C-H-E-N. Wer schon mal zur
Stoßzeit morgens zwischen 6.30h und 9.00h mit der Tokioter
U-Bahn unterwegs war, weiß wovon wir reden. Zwei Dinge fallen
uns auf: Mann oder Frau kann im Stehen schlafen... und
diejenigen, die das nicht tun, lesen... Mangas, die japanische
Form des Comics. Statistiken sagen, dass jeder Japaner durchschnittlich 20 Mangas pro Jahr
kauft; diese
Begeisterung ist auch darauf zurückzuführen, dass es für jede
Altersgruppe und zu jedem erdenklichen Thema den passenden
Comic gibt.
Die Helden in den Mangas können Schwertkämpfer, Privatdetektive
oder liebliche Mädchen sein.
Aber wie wird eine amerikanische Geschäftsfrau zur Manga Heldin? Ganz
einfach: Sie stellt die Branchenregeln der Sake-Industrie auf den Kopf. Als Sarah Cummings 1994 bei einer japanischen Sake-Bauerei anfing, hatte
keiner auf die Amerikanerin gewartet – heute gibt es sogar
einen Manga über ihren Erfolg. Mehr dazu im ersten Beitrag.
Viele Grüße!
Anja Förster
& Peter Kreuz


Value Innovation
–
Entdecken Sie Innovationspotenzial jenseits eng gefasster
Produktinnovationen, indem Sie systematisch die gesamte
Kunden-Erfahrungskette und den damit zusammenhängenden Nutzen
- vom Kauf über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung - nach
Potenzialen für Neuerungen durchforsten
(mehr).
Querdenk-Praxis: Frau Cummings in der Sake-Brauerei
Es gibt Geschichten, die lassen uns jubeln, ja JUBELN. Das
passiert immer dann, wenn wir Leute sehen, hören oder
sprechen, die sich LEIDENSCHAFTLICH für eine coole und
rebellische Idee begeistern. Die nicht warten, bis die
Erlaubnis zum Handeln auf dem Silbertablett serviert wird,
sondern einfach loslegen. Sarah Cummings ist so eine Frau. Als
die Amerikanerin 1994 ihren Job bei Masuichi-Ichimura, einer maroden Sake-Brauerei,
antrat, hatte niemand auf sie und ihre Ideen gewartet. Statt
einer geregelten Position gab man ihr zu Beginn erst mal einen
Putzlappen.
Die Masuichi-Ichimura Sake-Brauerei ist ein Familienbetrieb,
der seit 250 Jahren das japanische Nationalgetränk Sake
herstellt - allerdings immer weniger erfolgreich. Und das ist
noch nett ausgedrückt. Als Cummings kam, schrieb man rote
Zahlen - und das schon seit 30 Jahren. Die Gründe waren
schnell identifiziert: Die Japaner
trinken lieber Rotwein und Bier. Und Sake hatte zudem mit
einem Billigimage zu kämpfen.

Sarah Cummings Erfolgsgeheimnis? Sie erkannte, was die
alteingesessene Managerkaste nicht erkennen wollte: Nur eine
radikale Erneuerung konnte das marode Unternehmen retten.
Nicht billig, billiger, am billigsten... sondern ein
radikaler Neuanfang. Es ging um eine kluge Rückbesinnung auf
die Traditionen, die längst in Vergessenheit geraten waren,
verbunden mit einer nachhaltigen Befreiung aus der
Billigfalle.
Ihr Vorgehen: Zunächst führte sie eine längst ausgestorbene
Braumethode wieder ein. Sake wird dabei in Zedernholzfässern
fermentiert anstatt in praktischen aber optisch und
geschmacklich sterilen Emailletanks. Zudem wurde auch die
Sakefabrik einer Erneuerung unterzogen. Cummings landete einen
echten Coup, als sie den Architekten John Morford engagierte,
um auf dem Firmengelände eine Lokal für die gehobene
japanische Küche zu bauen. Morford ist der Architekt des
berühmten Tokio Park Hyatt Hotels, das spätestens seit Sofia
Coppolas' Filmjuwel
Lost in Translation zu enormer
Bekanntheit gelangte.
Cummings' Energie scheint keine
Grenzen zu kennen. Zahlreiche Community Projekte haben dazu
beigetragen, dass der Standort der Sake-Brauerei, das kleine
und zuvor unbekannte Städtchen Obuse, ein bekannter Ort auf
der japanischen Landkarte geworden ist. Der Umsatz der
Sake-Brauerei, deren Geschäftsführerin Cummings inzwischen
ist, hat sich verdreißigfacht!

All das hat Cummings mit viel Mut, Kraft und einem unbeugsamen
Willen zu Veränderung angeschoben. Sie hatte dabei nicht nur
mit enormen bürokratischen Hürden zu kämpfen, sondern auch mit
einer tief sitzenden Angst der Betroffenen vor Veränderungen.
Wie hat sie die Menschen doch dazu bewegt, sich als aktiver
Teil dieser Veränderung zu begreifen? "Letztendlich haben die
Leute nur deshalb mitgemacht, weil sie es schwieriger fanden,
zu erklären, warum das Projekt nicht gemacht werden konnte,
als es einfach zu machen", erinnert sich Cummings.
Querdenk-Chance
Sarah Cummings hat es allen gezeigt: einem verknöcherten
Management und einer Branche, die bei jeder ihrer Neuerungen den
drohenden Weltuntergang orakelte. Und sie setzte Neues
um, auch wenn es gegen alle bekannten Erfahrungen, die
vorherrschende Moral und die aktuellen Rahmenbedingungen
sprach. Dazu gehört sehr viel Konsequenz, fast schon
Starrsinnigkeit. Ist das Neue als richtig erkannt, dann
braucht es Beharrlichkeit und Mut, es durchzusetzen. BRAVO,
wir ziehen den Hut!
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage
Masuichi-Ichimura Brauerei
>Aus einer
anderen Welt, Süddeutsche Zeitung
>Forum
for Corporate Communications über Sarah Cummings
>Mehr Beispiele zu "Value
Innovation"
>Vorträge zum
Business-Querdenken

Mit dem Status Quo zufrieden geben? Niemals! Und das gilt auch
für die Frage: Wer sind eigentlich unsere Kunden? Richten Sie
den Blick über die existierende Nachfrage hinaus. Eine riesige
neue Zielgruppe wartet darauf, von Ihnen erschlossen zu
werden: Kunden, die bisher gar nicht die Leistungen Ihrer Branche gekauft haben
(mehr)!
Querdenk-Praxis:
Nobelpreis für Querdenker
WOW! Wir waren begeistert, als wir es Mitte des Monats gehört
haben:
Muhammad Yunus und seine Grameen Bank sind mit dem Friedensnobelpreis
ausgezeichnet worden! Wir sind vor ungefähr
vier Jahren über diesen Mann und seine Idee "gestolpert",
haben ihn in unserem Buch Different Thinking portraitiert und
sind seitdem wie elektrisiert.
"In den Dörfern verhungerten die Menschen, während ich an der
Universität meine klugen Vorlesungen über wirtschaftliche
Zusammenhänge hielt." Die Geschichte von Muhammad Yunus
beginnt mit diesem Gedanken. Und mit einer Frau im ländlichen
Bangladesh, die Bambusstühle in Schuldknechtschaft herstellte. Um sich daraus
freizukaufen und ihr Geschäft auf eigene Beine zu stellen,
fehlten ihr 25 Cent. Yunus gab sie ihr.

Etwas später kam der Wirtschaftsprofessor mit seinen Studenten
in das Dorf zurück und ermöglichte 42 weiteren Frauen eine
Zukunft als Unternehmerin. Das
Investitionsvolumen: ganze 27 Dollar. So entstand die Grameen
Bank – ein Finanzinstitut, das sich zum Ziel gesetzt hat, mit
Minikrediten den Teufelskreis aus Wucherzinsen,
Pfändung und Armut zu durchbrechen.
Mittlerweile hat die Bank
2,4 Millionen Menschen in Bangladesh geholfen. Die meisten der
Darlehensnehmer sind Frauen, weil sie ihre
Schulden und Zinsen diszipliniert zurückzahlen und aus
eigener Erfahrung wissen, dass damit wieder anderen geholfen werden
kann. "Kredit ist ein Menschenrecht", sagt Yunus über sein Erfolgsmodell,
das inzwischen in vielen Entwicklungsländern kopiert wird.
Business-Querdenken at it’s best!
Querdenk-Chance
Die Idee der Minikredite wurde lange Zeit von wichtigen Playern im Bereich der Entwicklungshilfe (der Weltbank u.a.)
als "Peanuts" abgelehnt, denn schließlich gehe es um
signifikante Darlehen für Großprojekte. Wie wir heute wissen,
waren die signifikanten Darlehen vor allem eines: Die
Eintrittskate zu einem Höchstmaß an Korruption....
Die Grameen Bank dagegen vergibt Geld an Kunden, die von
normalen Banken nicht mit der Kneifzange angefasst werden
würden: Arme Menschen. Genauer gesagt: Arme Frauen, die von Grameen als Treiber
für eine bessere Zukunft gesehen werden. Yunus schreibt dazu in seinem Buch
Banker to the Poor: "Es sind nicht die Menschen,
die nicht kreditwürdig sind, sondern die Banken, die nicht
menschenwürdig sind."
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage Grameen Bank
>Wikipedia über Muhammad Yunus
>Yunus' Buch: Banker to the Poor
>Yunus
und noch mehr Querdenkbeispiele in "Different Thinking"
>Mehr Beispiele zu "Customer
Discovery"


Statt das Alte immer weiter zu
perfektionieren, verfolgen Business-Querdenker einen anderen
Weg: Sie hinterfragen ungeschriebene Branchengesetze und
brechen aus alten Mustern aus. Das Ergebnis:
Die Erschließung neuer Wettbewerbs-Spielräume und ein Entkommen
aus dem Preis-Wettbewerb (mehr).
Querdenk-Praxis:
Farben & Tapeten als besorgte Mitbewohner
Tapeten und Farben: Nichts weiter als austauschbare Produkte?
Schließlich ist doch eine weiße Farbe wie die andere, oder? Denken Sie so? Dann
denken Sie noch mal!
Dulux Magic White – Rosa Wandfarbe, die weiß wird
Diese Wandfarbe von Dulux hat im Eimer eine rosa Färbung, wird aber ca. 40
Minuten nach dem Anstrich weiß. Dadurch sieht man sofort, wo man
auf dem weißen Untergrund mit Magic White schon gestrichen hat.

Alpina Farben – Alpina AirClean
Diese Dispersionsfarbe verbessert Ihre Raumluft. Unangenehme Gerüche und Luftschadstoffe
verschwinden. Das Wirkungsprinzip basiert auf der Photokatalyse:
Spezielle Titandioxid-Teilchen werden durch Tageslicht
aktiviert, und bauen daraufhin Stickoxide (z.B. von
Verbrennungsprozessen) oder Fettsäuren (vom Kochen) ab.

Marburger Tapeten – Die mit
elektromagnetischer
Abschirmung
Diese Tapete kann mehr als nur die Wand zu verhübschen: Ein eingebettetes
Gewebe verspricht Schutz vor hoch- und niederfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Wer beim Thema
Mobilfunk- oder WLAN-Strahlung schon immer Unbehagen
verspürte, kann sich mit dieser Tapete wirksam abschotten.
Soll auch gegen andere moderne Bedrohungen wie z.B.
Lauschangriffe oder Spionage-Wanzen helfen...

Caparol – die Wellness-Farben
Die Firma Caparol bekämpft den unsichtbaren Feind gleich an
drei Fronten – oder besser gesagt in drei Schichten: Das
ElectroShield wird als Grundierung aufgetragen und sorgt als
"Wellenbrecher" für strahlungsfreien Schlaf. CapaSan bekämpft
ganz ähnlich der Alpina CleanAir unwillkommene
Mikroorganismen. Caparol
Sensitiv ("Die Sanfte") wurde speziell für
Allergiker und sensible Personen entwickelt. Sie enthält weder
Lösemittel noch Weichmacher oder Konservierungsmittel.
Die Zielmärkte: Gesundheitsbewusste Wandanstriche für
Arztpraxen, Kindergärten, Schulen und natürlich Häuser und
Wohnungen.
Querdenk-Chance
Diese vier Unternehmen haben aus scheinbar banaler Baumarktware echte High-Tech-Produkte
mit saftigen Margen gemacht. Intelligente Produkt-DNA kann aus
Farbe & Tapete Wellnessobjekte machen!
Quellen und
weiterführende Informationen
>Alpina
Air Clean Farben
>Dulux
Magic White
>Marburger
Tapeten
>Caparol
Wellness Farben
>Mehr Beispiele zu "Out-Of-The-Box"


Ideen der Wettbewerber kopieren -
das kann jeder. Clevere Querdenker blicken über die
konventionellen Grenzen des Wettbewerbs hinaus und suchen ganz
gezielt in vollkommen fremden Branchen nach Innovationsideen (mehr).
Querdenk-Praxis: Steak Tracking
Sie sind Vegetarier? Dann sollten Sie den folgenden
Artikel überspringen ;-)
"Grand Baby Beef" nennt sich ein 10 cm breites und 1,5 kg (!)
schweres Steak – ein Klassiker auf der Speisekarte des "La Cabana Steakhouse" in Buenos Aires.
Das
1935 eröffnete Restaurant war jahrzehntelang Treffpunkt für
Persönlichkeiten aus Politik und Unterhaltung, von Fidel
Castro bis Louis Armstrong.

Doch gutes Rindfleisch ist in Argentinien keine
Seltenheit, der Wettbewerb dementsprechend groß. Diesem
Kopf-an-Kopf Wettbewerb fiel das "La Cabana Steakhouse" 1996
zum Opfer und musste schließen.
2003 öffnete es seine legendären Pforten erneut und zwar mit
einer bemerkenswerten Änderung: Jedes bestellte Steak wird mit
einem Zertifikat serviert. Darauf befindet sich - wie bei
einer Logistiksendung von UPS, DHL oder FedEX - eine so genannte
"Tracking Nummer".
Der Clou: Die Tracking Nummer kann in den
Touch-Screen-Computer im Foyer des Restaurants oder auf der
Website www.control-ar.com
eingegeben werden und der Gast erhält detaillierte
Informationen über das, was vor ihm auf dem Teller
liegt: Herkunft des Rindes, Alter, Futtermittel, Adresse des
Züchters, Name des Tierarztes, verabreichte Impfstoffe und
sogar ein Foto – aufgenommen natürlich vor dem Schlachtdatum...

Querdenk-Chance
"So,
where’s the beef?" ist eine amerikanische Redewendung, die
Frage nach dem Sinn: Denn die Idee des Trackings ist nicht
neu. Aber dieses Prinzip mit dem 360-Grad-Blick auf ein sensibles
Produkt zu übertragen und das Fleisch somit auf den
Status eines erlesenen Weines zu
erheben, ist einfach genial!
Und noch etwas: Nummern sind normalerweise ziemlich unpersönlich. Doch im La Cabana schaffen sie bei den Gästen
Vertrauen – und Vertrauen schafft wiederum neue Gäste...
Quellen und weiterführende
Informationen
>Homepage
La Cabana Steakhouse
>Steak-Tracking
Website
>Mehr Beispiele zu "360-Grad-Blick"
>Weitere Beispiele und
Querdenkansätze in "Different Thinking"


Und vor dem Schlafengehen hier noch etwas für unsere jüngeren
Leser: Eine Zahnbürste mit Musik drin!
Wissenschaftler haben nach einer Lösung gesucht, um Kindern
das Zähneputzen schmackhafter zu machen. Doch die Kinder-Zahnpasten wie "Blendi" oder "Käpt’n Blaubär" mögen
eher zum Rumlutschen am Bürstenkopf verführen als zum aktiven
Putzen...
Die Music Toothbrush schafft hier Abhilfe: Damit man die Musik
hört, muss die Bürste auch sinnvoll benutzt, das heißt
belastet werden. Nur dann gelangt der Klang über die Borsten
an die Zähne und von dort über den Kieferknochen ins Ohr.

Der Hersteller zielt mit diesem Gerät natürlich nicht nur auf
Kinder, sondern auch auf deren Eltern und die gesamte iPod-Generation.
Keine Frage, die Musik-Zahnbürste hat uns gerade noch gefehlt!
Und neben Klingeltönen wird es dann zukünftig auch Zahnputztöne zum Herunterladen geben. Wir halten Sie auf dem
Laufenden...



Die Business-Querdenker und Financial Times
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Anja Förster und
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Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von
Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen
von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.
   
    
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erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den
Menschen, die dahinter stehen.
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Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.
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Mehr Infos gibt's hier:
>Förster & Kreuz: In
Vorträgen
>Förster & Kreuz: In
Büchern
>Förster & Kreuz: In
Person
>Querdenk-Labor
>Querdenk-Cast
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Redaktion
Anja Förster, Moritz Jäger, Peter Kreuz
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