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Manchmal ödet uns die ganze Führungsliteratur an. Da
geht es um Verdrängungsstrategien, Marktanteile und
strategische Wettbewerbsvorteile. Und es geht irgendwie alles
am Kern vorbei. Führung wofür? Von politischen und
spirituellen Größen wie Mahatma Ghandi oder Martin Luther King
bis hin zu Businessgrößen wie Richard Branson oder Steve Jobs
zeigt sich etwas viel Wichtigeres: Führung heißt, eine
Richtung vorzugeben, weil man etwas Bestimmtes verwirklichen
will. Führung bedeutet eine Herzensangelegenheit verfolgen,
Leidenschaft, Engagement, Einsatz und Hunger nach Veränderung.
So wie es Matthew und Jessica Flannery getan haben, die mit
ihrer Organisation Kiva Entwicklungshilfe einfach, effektiv
und vor allem transparent machen... und damit die Welt ein
kleines bisschen besser. Uns hat diese Idee so nachhaltig
beeindruckt, dass wir Kiva sofort unterstützt haben -
vielleicht können wir Sie mit dieser Idee ebenfalls anstecken.
Mehr dazu im ersten Beitrag.
Mit außergewöhnlichen Grüßen!
Anja Förster
& Peter Kreuz


Business Querdenker
– bewegen etwas.
Oftmals gegen Widerstände, gegen professionelle Schwarzmaler,
institutionalisierte Bedenkenträger und scheinbar
unverrückbare ökonomische und gesellschaftliche Wahrheiten.
Und sie sind stur: Sie glauben an ihre Idee und setzen sie
durch. Ihr Credo: Das Unmögliche ist oft auch das Unversuchte.
Matthew und Jessica Flannery – Mikrofinanciers
Spätestens seit Muhammad Yunus aus Bangladesch mit seiner "Grameen
Bank" den Nobelpreis gewonnen
hat (siehe auch Beratungsletter Nr. 58), haben
Mikrokredite als "Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe" eine Lobby. Jessica Flannery, MBA-Anwärterin und Leiterin des
Global Philanthropy Forum in Stanford, hatte Muhammad Yunus bei einen Vortrag kennen gelernt und war sofort
begeistert: "In dem Moment hat es Klick gemacht!"
Jessica Flannery und ihr Mann Matthew sind echte Business
Querdenker und sie
...verfolgen eine Herzensangelegenheit
Sie kündigte ihren Job, ließ die akademischen Weihen Stanfords
sausen und zog mit ihrem Mann Matthew in Sachen Mikrofinanzierung durch Afrika. "Ich
war so begeistert zu sehen, welche Hebelwirkung ein kleiner
Betrag von 100 Dollar hat." Als die beiden sogar
mitten in Uganda Mobilfunk und Internet vorfanden, war die
Idee für "Kiva" geboren.

...lassen sich nicht von Bedenkenträgern irritieren
Sie begannen, Mikrokredite einfach online zu überweisen und
sich per Email über die Mittelverwendung auf dem Laufenden zu
halten. Als sie ihr Projekt Freunden und Verwandten
präsentierten, waren die Zweifel und Bedenken groß...
Um sie eines Besseren zu belehren, testeten sie in einer
experimentellen "Beta-Runde" einen Prototypen der heutigen
Homepage. Letzte Zweifel waren zerstreut, als die Kreditnehmer
schon nach wenigen Monaten in der Lage waren, das geliehene
Geld zurück zu zahlen.

...sind smarte Unternehmer
Mit Kiva (Kisuaheli für "Einheit") bündeln die Flannerys ein
Netzwerk von derzeit 30 Mikrofinanzorganisationen, die eng mit
den Existenzgründern vor Ort zusammenarbeiten. Der Clou: Durch
die Zusammenarbeit mit Pay Pal fallen so gut wie keine
Gebühren an. In Entwicklungsländern verlangen Banken bis zu 35% Zinsen – für die meisten unbezahlbar. Bisher konnte Kiva über 1 Million USD für
Menschen und ihre Geschäftsideen von Aserbaidschan
bis Samoa zur Verfügung stellen. Mit 25 Dollar sind auch Sie dabei!
Querdenk-Chance
Kiva macht Entwicklungshilfe einfach, effektiv und vor allem
transparent. Allen Zweifeln zum Trotz – der Erfolg
gibt den Querköpfen Matt und Jessica Flannery Recht. Es gehört
viel Mut dazu, auf Job und Stanford-MBA zu pfeifen – um
stattdessen die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen! Beide
haben sich von der Idee einer klassischen Karriere im
Großkonzern verabschiedet und sind zu echten Entrepreneuren geworden. Was für eine Herausforderung! Was für eine
Chance! Um es mit Isabel Allende zu sagen: "Sie sind der
Geschichtenerzähler Ihres Lebens. Es liegt an Ihnen, sich Ihre
eigene Legende zu schaffen."
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage
von Kiva
>New York Times Magazine über Kiva
>NPR-Audiofile über Kiva
>Mehr
Querdenker im Buch: "Alles, außer gewöhnlich"

Underground Innovationen spielen sich nicht an der Oberfläche
ab, sondern dort, wo der Kunde nicht hinschauen kann: Im
Untergrund. Es geht um Innovationen in Produktion, Verkaufsabwicklung, Einkauf, Lagerhaltung, etc. etc. -
das alles mit einem Ziel: Dem Kunden einen noch nie
da gewesenen Wert zu liefern...
Querdenk-Praxis:
Two-Buck-Chuck – Billig, aber verdammt gut
Die Leute stehen auf "Charles Shaw". Es handelt sich dabei
nicht um einen attraktiven Schauspieler aus einer neuen
amerikanischen Kultserie, sondern um eine
Weinmarke der kalifornischen Bronco Wine
Company. Den Kunden schmeckt der Tropfen ausgezeichnet, der
Konkurrenz aber gar nicht – beiden aus demselben Grund:
Dieser Wein bietet ein nie da gewesenes
Preis-Leistungs-Verhältnis: der bereits mehrfach prämierte
Wein kostet nur 1,99 Dollar pro Flasche!

Warum aber nun Underground Innovation? Nun, die Innovation ist
für den Kunden auf den ersten Blick nicht erkennbar – schon
gar nicht in den Regalen der Trader
Joe’s-Ladenkette, die den Two-Buck-Chuck (Zwei-Dollar-Charles)
exklusiv vertreibt. Dort machen die Weinflaschen mit
edlem Etikett und echtem Kork zwar eine gute Figur, aber das
allein reicht nicht, um sich bei Blindverkostungen gegen
tausende, vermeintlich "edlere" Konkurrenztropfen durchzusetzen: Bei der 28. Annual International Eastern Wine
Competition gewann der 2002er Two-Buck-Shiraz zwei
Goldmedaillen!
Es sind die Anstrengungen, von denen der Kunde nichts ahnt,
wenn er die Flasche entkorkt, die ihn aber dennoch begeistern. Um
diese Wirkung zu erzielen wird der Herstellungsprozess Schritt
für Schritt unter die Lupe genommen und jedes Detail auf den
optimalen Beitrag zur Zielerreichung abgeklopft. Es geht CEO Fred Franzia
darum, gute Qualität so kostengünstig wie möglich zu produzieren. Im
Endergebnis ist die Bronco Wine Company nicht irgendein
Billiganbieter innerhalb der Branche, sondern sie
revolutioniert die Branche und ihr traditionelles
Geschäftsmodell!

"Ich verbringe wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Einkauf von
Kork als mit irgendwas sonst", so der Geschäftsführer in
dritter Familiengeneration. Ein Cent hier, einer dort; und
schon sind 750.000 USD pro Jahr gespart. Selbst die Anbaufläche
ist unter Kostengesichtspunkten optimiert: die Anbauflächen von Bronco
messen nicht ¼ Meile in der Länge, wie
sonst in Kalifornien üblich, sondern 3
Meilen. Das führt dazu, dass die Traktoren seltener wenden
müssen, was wiederum Zeit
und Sprit spart und die Bereifung schont. LKWs fahren die
Ernte dann nach strengem Fahrplan, Nonstop und Just-In-Time
zur Weiterverarbeitung. Und weil die Ernteprozesse so minutiös
durchgeplant sind, können die Trauben länger am Rebstock
reifen – nicht unwichtig für den guten Geschmack! Jetzt aber
Achtung: Aus Restbeständen der US-Army hat Franzia
Treibstofftanks von Interkontinentalraketen gekauft, um sie
zur Herstellung von Champagner zu nutzen – in die Dinger
passen fast 300 Millionen Liter! Und so geht es immer
weiter...
Querdenk-Chance
Die Bronco Wine Company ist der am schnellsten
wachsende Weinproduzent in Kalifornien. Mit einer
untergründigen Effizienzkur ist es dem Unternehmen gelungen,
auf der Oberfläche mit unschlagbaren Preisen und prämierter
Qualität zu überraschen! Die Konkurrenz zieht den Hut und
Restaurants geben ihren Widerstand – auch gegen die eigenen
Gäste – auf und bieten einen Premiumwein von Bronco für 10
Bucks an. Mehr ist nicht drin: "Es gibt keinen Wein weit und
breit, der mehr als 10 Dollar Wert ist", so Fred Franzia,
Weinkenner und Underground Innovator.
Quellen und
weiterführende Informationen
>The
Bronco Wine Company bei Wikipedia
>Charles
Shaw Wine bei Wikipedia
>Inc.com,
5/2006 über Fred Franzia
>Mehr Querdenkbeispiele in "Different Thinking"
>Mehr
Querdenker im Buch: "Alles, außer gewöhnlich"


Ideen der Wettbewerber kopieren -
das kann jeder. Clevere Querdenker blicken über die
konventionellen Grenzen des Wettbewerbs hinaus und suchen ganz
gezielt in vollkommen fremden Branchen nach Innovationsideen (mehr).
Querdenk-Praxis:
Swisscom Mobile Labs
Märkte wandeln sich in Hochgeschwindigkeit und Innovationszyklen werden
immer kürzer. Deshalb wird es umso wichtiger, neue
Produktideen nicht einfach auf den Markt zu werfen, sondern
sie vorher unter realen Bedingungen von der Zielgruppe testen
zu lassen.
Google beispielsweise nutzt die Ideen seiner kreativen und
kritischen User sehr geschickt. Auf der Website
Google Labs veröffentlicht das Unternehmen noch
nicht ganz ausgereifte Demoversionen von geplanten
Webservices. Diese "Beta-Versionen" können schon vorab von
den Usern getestet, bewertet und verbessert werden. Googles
Philosophie: Das Internet als eine interaktiv
nutz- und gestaltbare Laborumgebung für die Wirklichkeit.

Die Mobilfunktochter der Swisscom hat diese Idee, angeregt
durch einen Innovationsworkshop mit uns, von der IT- auf die
Mobilfunkbranche übertragen – mit riesigem Erfolg: Die
Web-Plattform
Swisscom Mobile
Labs erhält von Usern durchschnittlich
300 Bewertungen und 100 konkrete und qualitativ hochwertige
Verbesserungsvorschläge pro Woche.

Der interaktive Austausch in einem sehr frühen Stadium der
Entwicklung hilft nicht nur, Produkte nach den
Wünschen und Bedürfnissen der Zielgruppe maßzuschneidern,
sondern kann auch zur völligen Neukonzeption eines Services
führen: Zum Beispiel bei der "Xtra-Zone", einer hybriden
Online-Plattform für Natel (das "Handy" in der Schweiz) und
Computer: "Wir haben bereits Kosten in der Höhe von 200.000
CHF eingespart, nur dadurch, dass wir Xtra-Zone nicht nach
unseren eigenen Vorstellungen entwickelt haben", so Stefan
Mauron, Head of Strategic Initiatives bei Swisscom Mobile.
Und wo wir schon mal beim Geld sind: "Die Besucher unterhalten
sich im Forum ungestützt sogar über mögliche Preise, die sie
für einen Dienst bezahlen würden." Das dient ebenfalls der
Orientierung, denn trotz aktiver Zusammenarbeit
mit ihren Kunden ist die Swisscom nicht Wikipedia.
Querdenk-Chance
Mit dem Erfolg rechnen – statt auf ihn zu hoffen – kann, wer
potentielle Nutzer möglichst früh in die Entwicklung
integriert. Und die Swisscom geht noch einen Schritt weiter:
"Als nächstes werden wir einen Service aufschalten, in welchem
unsere Kunden ihre Ideen über Produkte eingeben können, welche
sie von uns erwarten", so Stefan Mauron. Mit dem Segen der
vernetzten Welt und der Möglichkeit, in Echtzeit zu
kommunizieren, können auch Sie Ideen und Anregungen Ihrer
Kunden sammeln und zu innovativen Produkten formen!
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage
Swisscom Mobile Labs
>Homepage
Google Labs
>Mehr Beispiele zu "360-Grad-Blick"
>Noch
mehr Beispiele und
Querdenkansätze in "Different Thinking"


Der Wettbewerb
wird immer härter - Konkurrenten kopieren gnadenlos jede gute
Idee. Kann in einem solchen Umfeld nur der gewinnen, der den
niedrigsten Preis bietet? Nein! Erfolgreiche
Business-Querdenker hinterfragen branchenübliche Preismodelle
und erfinden sie ganz neu (mehr).
Querdenk-Praxis: Napster - Musik
mieten statt kaufen
Mit gut 70% beherrscht Apple derzeit ungefochten den Markt für
digitale Musik. Der Rest ist hart umkämpft. Genau hier wird
die Sache interessant – sind es doch meist Innovationen aus
der zweiten Reihe, die Platzhirschen wie Apple früher oder
später das Leben schwer machen...

Dieser Zeitpunkt scheint nun gekommen: Nach dem Siegeszug der
"iTunes" in den Jahren 2004 und 2005, erlebte Apple im
letzten Jahr einen dramatischen Umsatzeinbruch von 65%. Im
gleichen Jahr wuchs Konkurrent "Napster" (mittlerweile legal
und seit 2005 an der Börse) um 26% und verdoppelte die Anzahl
seiner Kunden.
Napster verfolgt eine komplett andere Preisstrategie als Apple
und bietet eine "Music Flatrate" für 9,95 Euro pro Monat an.
Das ist billiger als eine CD und bietet Zugriff auf über 3
Millionen Songs bzw. 260.000 Alben im virtuellen Regal! Als
Abonnent kann man so viel herunterladen wie man will (und
anhören kann ;-). Allerdings ist die Musik nur gemietet:
Endet das Abo, sind auch die Titel auf der Festplatte nicht
mehr abspielbar.

Bei der mobilen Variante "Napster To Go" kann man für 14,95
Euro zusätzlich zu PC oder Laptop bis zu 3 tragbare Player mit
Musik volltanken. Übrigens sind fast alle Geräte, die derzeit
auf dem Markt sind, Napster-kompatibel. Und auf der letzten
Cebit in Hannover waren es vor allem neue Generationen von
Musikhandys, die mit immensen Speicherkapazitäten als
Indikatoren für einen zukunftsträchtigen Massenmarkt für
Flatrate-Abos dienen. Während Apple die Kooperation mit
fremden Herstellern scheut, ist Napster mit Mietmusik bereits
Marktführer.
Querdenk-Chance
"Der Erfolg gibt uns recht: Wir haben mit unserem Angebot den
Zeitgeist voll getroffen", so Thorsten Schliesche, General
Manager und Vice President von Napster Deutschland. Im
Kielwasser setzt die Konkurrenz nun ebenfalls auf die Flatrate als
Preismodell – die Telekom mit "Musicload", MSN und debitel in
Kooperation mit Jamba.
Ob Leasing, Carsharing, DVDs aus der Videothek oder
On-Demand-Dienstleistungen – temporäre Nutzungsmodelle gehören
längst zum Alltag. Besonders Flatrates bedeuten dabei ein mehr
an Flexibilität und Freiheit, weil weniger Kaufentscheidungen
zu treffen sind. Auch, wenn es sich jeweils nur um
99-Cent-Beträge handelt.
Was bedeutet das für SIE? Immer wieder Ihr herkömmliches
Preismodell auf den Prüfstand zu stellen und sich
darüber den Kopf zu zerbrechen, wie Sie es neu erfinden
können...
Quellen und weiterführende
Informationen
>Homepage
Napster
>Mehr Beispiele zu "Preis-DNA"
>Mehr Beispiele und
Querdenkansätze in "Different Thinking"


Die Milch bringt's! Davon sind auch die Single-Landwirte aus Wales überzeugt. Die
Junggesellen wider Willen haben nun
eine ungewöhnliche Aktion gestartet, um endlich ihren Partner fürs
Leben zu finden.
Zum St. Dwynwen's Day - vergleichbar dem Valentinstag - am
vergangenen Donnerstag ließen sie ihre Fotos auf mehrere
tausend Milchflaschen kleben. Auf den Etiketten findet sich
nun ein Foto eines einsamen Junggesellen vom Land sowie die Adresse einer
Partneragentur, die die Vermittlung mit der einsamen
Milchtrinkerin übernimmt.
Die Aktion läuft unter dem Motto "Fancy a farmer?" - zu
deutsch "Lust auf einen Bauern?". Der geistige Vater
dieser Idee
heißt Iwan Jones und ist selbst mit Foto auf der Milchflasche vertreten.
Allerdings macht er sich nicht viel Hoffnung: "Wahrscheinlich
wird meine Flasche die letzte sein, die im Kühlregal stehen
bleibt." Wir wünschen trotzdem alles Gute :-)



Die Business-Querdenker und Financial Times
Bestsellerautoren
Anja Förster und
Dr.
Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von
Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen
von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.
   
    
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Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf
allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und
erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den
Menschen, die dahinter stehen.
Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP,
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