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Bei unserem Besuch in China
Anfang des Monats sahen wir es: Der Elch ist auch in Peking
und Shanghai angekommen. In beiden Städten finden sich riesige
Ikea-Möbelhäuser, die sich insbesondere bei der jungen urbanen
Zielgruppe großer Beliebtheit erfreuen. Allerdings
funktioniert in China der Möbelkauf anders, als wir es gewohnt
sind: Man bringt zum "Einkauf" gern mal seinen Schreiner mit.
Dieser vermisst dann die bei Ikea ausgestellten Möbelstücke
und baut sie dem Auftraggeber zu einem billigeren Preis nach
:-)
Als wir diese Geschichte hörten, mussten wir grinsen. Scheint
sie doch alle Vorteile zu bestätigen: Die Chinesen sind
Weltmeister im Kopieren.
Aber Vorsicht: das stimmt nur noch zum Teil. China ist
entschlossen, seine Schwächen – angefangen beim kreativen
Denken – zu überwinden, um uns auch dort Paroli zu bieten, wo
wir noch unsere Stärken haben. In dem Land, in dem 1,3
Milliarden Menschen leben, sind die Universitäten gerade
dabei, in die Reihen der besten akademischen
Eliteeinrichtungen vorzurücken. Global Player unterhalten
Forschungszentren in China und die Menschen dort sind
hungrig auf Bildung, gute Jobs und einen ebensolchen
Lebensstandard.
Bill Gates weiß die klugen Köpfe in China zu schätzen und
bewertet Microsoft Research Asia, das Forschungszentrum in Peking "im Hinblick auf die
Qualität der Ideen" als produktivste Forschungsabteilung im
Microsoft System.
Der Wind weht uns ins Gesicht. Und wer heute nicht daran
arbeitet, einzigartige Fähigkeiten zu entwickeln, wird
spätestens morgen mit 1,3 Milliarden Chinesen konkurrieren.
Mit außergewöhnlichen Grüßen!
Anja Förster
& Peter Kreuz


Underground Innovationen spielen sich nicht an der Oberfläche
ab, sondern dort, wo der Kunde nicht hinschauen kann: Im
Untergrund. Es geht um Innovationen in Produktion,
Verkaufsabwicklung, Einkauf, Lagerhaltung, etc. - das alles
mit einem Ziel: Dem Kunden einen noch nie da gewesenen Wert zu
liefern...
Querdenk-Praxis: Yotel – Der
Kunde muss ins Eckige
"Ich liebe Hotels. Aber wer fühlt sich bei einem Preis von 300
Pfund pro Nacht nicht übers Ohr gehauen?" klagt Ex-Roadie Simon Woodroffe aus
London. Aber auch mit den Billighotels hat er seine Probleme:
Die japanischen Kapselhotels oder die französische
Billighotelkette "Formule 1" findet er einfach nur grauenhaft:
Der Gast nächtigt in einer ungemütlichen Wohnschachtel ohne
Fernseher und Bilder an den Wänden (was wahrscheinlich auch
besser so ist). Nun startet Woodroffe mit einem eigenen
Hotelkonzept namens "Yotel". Sein Versprechen: es wird alles
anders, weil billiger und besser. Es handelt sich um ein neues
Hotelkonzept mit Zimmern, die sich "First Class" anfühlen,
aber trotzdem preiswert sind.

Die Architektur der Zimmer ist eine bis ins kleinste
Detail durchdachte Underground Innovation, deren
Wohlfühl-Wirkung der Gast vor allem unbewusst wahrnimmt.
Gleichzeitig zielt das Yotelkonzept darauf ab, die Kosten für
den laufenden Hotelbetrieb clever zu reduzieren. So gehen die
Fenster nicht zur Straße oder zum Innenhof, sondern zum Flur.
Damit man sich trotzdem nicht eingeschlossen fühlt, leitet ein
ausgeklügeltes Lichtkonzept Tageslicht von oben ins
Gebäudeinnere. Mit diesem Trick können Yotels praktisch in
jeder Immobilie eröffnet werden, was wiederum in Metropolen
wie London irrsinnig viel Geld spart: "Wir können Yotels
unterirdisch einbauen, in Parkhäuser, Bahnhöfe oder
Flughäfen", so die Betreiber.

Bei der Einrichtung der gut 9 Quadratmeter kleinen Zimmern
wurde nicht gespart: Vom Flachbildschirm bis zur
Monsundusche ist alles da, die Materialien sind gediegen.
Dafür spart Yotel unter anderem an den Reinigungskosten:
"Unsere Untersuchungen ergaben, dass Menschen in kleinen
Räumen sehr viel ordentlicher sind als in großen Räumen. Ein
herkömmliches Hotelzimmer gründlich zu reinigen dauert deshalb
eine gute halbe Stunde – unsere pflegeleichten Zimmer nur zehn
Minuten."
Und jetzt der Preis: Für ein 4-Sterne-Hotel in London sind 55
Pfund (etwa 80 Euro) ein Schnäppchen. Und wer nur auf der
Durchreise ist, kann Yotel auch nur für vier Stunden für
umgerechnet etwa 35 Euro nutzen. Nach viel versprechenden
Testreihen eröffnet das erste Yotel diesen Monat am Flughafen
Gatwick. Weitere Standorte folgen – und wir sind schon
gespannt, wo!
Querdenk-Chance
Bei Underground Innovationen geht es um clevere Neuerungen
hinter den Kulissen, von denen der Kunde nichts merkt – und
dennoch begeistert ist. Sollte sich das Yotel-Konzept
erfolgreich etablieren, werden die Wettbewerber reagieren
müssen. Und das wird aufgrund der im 4-Sterne-Segment üblichen
Kostenstrukturen nicht einfach sein. Und noch etwas: Yotel ist mit dem
Anspruch angetreten, etwas zu realisieren, was zunächst
widersprüchlich klingt: Nämlich ein Angebot radikal zu
verbilligen, ohne dass der Kunde auf Qualität verzichten muss.
Wenn es bei Yotel funktioniert, dann höchstwahrscheinlich auch
bei Ihnen!
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage
Yotel
>CNN,
Goodbye mini bar, hello mini room
>Thisistravel,
Yotel rooms: what are they really like?
>Mehr Quergedachtes:
Alles, außer gewöhnlich &
Different Thinking

Innovationen müssen nicht immer nur das Produkt oder die
Dienstleistung betreffen. Auch die Art und Weise, wie – wo –
und wann – Ihr Leistungsangebot den Kunden erreicht, kann
nachhaltigen Kundenwert schaffen und Ihr Angebot einzigartig positionieren: Re-Channeling.
Querdenk-Praxis: Metropolitan
Opera New York – Met meets Web
Klassische Musik hat seit Jahren mit Hörerschwund zu kämpfen.
Nun versucht die Klassikbranche diesem Trend mit kreativen
Ideen entgegenzutreten: Das
London Symphony
Orchestra hat eine Klassik-CD für Babys und Kleinkinder
herausgebracht, um sie schon früh auf die richtige Tonspur zu
setzen. Der Hörbuch-Bestseller "99 x Klassik" (siehe
Beratungsletter 9/2006 ) setzt eher auf Autofahrer und Hausfrauen. Goldkehlchen Anna Netrebko setzt ihre Werbewirkung
für die Generation iPod gekonnt in Szene. Und die Süddeutsche
Zeitung setzte dem gefürchteten Berufskritiker Joachim Kaiser
ein Denkmal. Die "Klavier Kaiser" Compilation dürfte sich
auch zahlreich an solche Leser verkauft haben, denen
der Sportteil der SZ schon kulturlastig genug erscheint.

Und jetzt die altehrwürdige New Yorker Metropolitan Opera. Um
ihre Reichweite über die traditionellen Fanzirkel hinaus zu
erweitern, sendet die "Met" seit kurzem auf allen Kanälen: Via
Breitband werden Konzerte und Opernaufführungen als Live
Webcast in Echtzeit und hervorragender Qualität auf den
heimischen PC sowie in ausgewählte Kinosäle zwischen East- und
Westcoast übertragen.

Das ist neu – aber ist es ein Verbrechen, sich Bruckners
Siebte bei Coke und Popcorn im Kino reinzuziehen? Zu Hause
kann man das sogar in Schlafanzug und Pantoffeln tun und sich
die Met auf ihrem eigenen Kanal beim "Sirius Satellite Radio"
anhören. 24 Stunden am Tag, an 7 Tagen pro Woche. Klassikherz,
was willst Du mehr? Nun ja, vielleicht doch mal eine
Eintrittskarte ergattern, um die Atmosphäre im Lincoln Center
live zu erleben...
Querdenk-Chance
Für die Klassische Musik ist es eine echte Herausforderung,
neue Hörerkreise zu erschließen. Schnell fühlt sich das
eingeschworene Stammklientel verstoßen und prophezeit den
Untergang des Abendlandes, wenn nicht sogar schlimmeres.
Sollte diese Prognose tatsächlich eintreten, und die Zukunft
der klassischen Musik so düster sein wie die derzeitige
Inszenierung von Wagners Parsifal in Wien, dann sollte allen
Klassikfans so viel wie möglich daran gelegen sein,
Menschen mit den höheren Weihen der E-Musik zu segnen. Die New
Yorker Metropolitan Opera ist sich jedenfalls nicht zu schade,
auf den gleichen Kanälen zu funken wie gehypte Castingbands
oder Deutschlands angebliche Superstars.
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage:
Metropolitan Opera
>Metropolitan
Opera On Air & Online
>London
Symphony Orchestra
>Hörbuch-Bestseller
"99 x Klassik"
>Der
Klavier Kaiser
>Mehr Quergedachtes:
Alles, außer gewöhnlich &
Different Thinking


Value Innovation
–
Entdecken Sie Innovationspotenzial jenseits eng gefasster
Produktinnovationen, indem Sie systematisch die gesamte
Kunden-Erfahrungskette und den damit zusammenhängenden Nutzen
- vom Kauf über den Gebrauch bis hin zur Entsorgung - nach
Potenzialen für Neuerungen durchforsten (mehr).
Querdenk-Praxis: KLM Club China
– Jetten und Chatten
Fluggesellschaften versuchen so einiges, um ihre Kundschaft
nicht der Konkurrenz zu überlassen. Bonusmeilen oder
Frühbucherrabatte sollen die Loyalität stärken. Aber reicht
das? Ein interessantes Konzept, Passagieren einen Mehrwert zu
bieten, kommt von der niederländischen Fluglinie KLM.
Entwaffnend einfach setzt die Airline dort an, wo man keinen
Mehrwert vermuten würde: Nämlich bei der Tatsache, dass man
auf einem Langstreckenflug 10 Stunden oder länger mit fremden
Menschen auf engstem Raum zusammensitzt. Eigentlich eine
Horrorvorstellung...

KLM aber hat erkannt, dass Geschäftsreisende, die regelmäßig
die gleiche Destination anfliegen, ein ähnliches "Mindset"
haben: Ähnliche berufliche Ziele, ähnliche Probleme im
Ausland, vielleicht auch einen ähnlichen Karriereverlauf und
ähnliche Freizeitinteressen. Einen Großteil der
Business-Class-Passagiere verbindet also mehr, als man ahnt.
Und doch ist das, was auf der Visitenkarte steht, oft das
einzige, was man nach der Landung vom netten Sitznachbarn
behält.

Mit dem "Club China" bringt die KLM nun System in diese
zufällig zusammen gewürfelten Schicksalsgemeinschaften. Der
Club China ist eine Online-Forum, das Fluggästen die
Möglichkeit bietet, schon vor der Reise mit potentiellen
Geschäftspartnern anzubandeln – oder nach einer netten
Begegnung unkompliziert in Kontakt zu bleiben. Der Club China
ist eine Plattform, die behilflich ist, Erfahrungen auszutauschen, in
rechtlichen Dingen Rat einzuholen oder ein Übersetzungsbüro
aufzutun. Darüber hinaus organisiert die KLM für
Clubmitglieder Networking Events in China und den
Niederlanden.


Querdenk-Chance
Während andere Airlines an den Menüs oder am
Unterhaltungsangebot herumfeilen, schafft KLM echte Mehrwerte
– und zwar mit dem Wissen ihrer Passagiere. Als erste
Fluglinie mit Kunden-Community landete sie auf Anhieb einen
Volltreffer: Bereits über 3.000 Mitglieder besuchen den Club
China regelmäßig. Aber dabei bleibt es nicht. Weil dieser
clevere Value-Innovation-Ansatz grenzenlos ist, hostet KLM
seit kurzem auch den "Club Africa". Andere Boomregionen wie
Indien oder Russland dürften wohl bald folgen. Und welche
Werte schlummern in Ihrer Kundendatei vor sich hin?
Quellen und weiterführende
Informationen
>Homepage
KLM Club China
>Springwise
über KLM Club China
>Mehr Beispiele zu "Value
Innovation"
>Mehr Quergedachtes:
Alles, außer gewöhnlich &
Different Thinking


Ideen der Wettbewerber kopieren -
das kann jeder. Clevere Querdenker blicken über die
konventionellen Grenzen des Wettbewerbs hinaus und suchen ganz
gezielt in vollkommen fremden Branchen nach Innovationsideen (mehr).
Querdenk-Praxis: Hilti Flottenmanagement – Da hängt der
Hammer!
Flottenmanagement – das kennt man doch von Fuhrparks, oder?
Fast richtig, denn man kennt es nur von dort. Zumindest
bisher. Die Hilti AG (richtig, der Ronaldinho unter den
Bohrhämmern) hat dieses Konzept nun aufgegriffen und auf die
Werkzeugbranche übertragen: Hilti stellt Kunden, meist
Baufirmen, eine den Bedürfnissen entsprechende Geräteflotte
zur Verfügung und kassiert eine monatliche Gebühr für diese
Dienstleistung.

Dieses Rundum-Sorglos-Paket beinhaltet außerdem
Finanzierungsmodelle, Reparaturservice, Diebstahlversicherung
und die Bereitstellung neuer Modelle nach Ablauf der
vereinbarten Nutzungsdauer. Die Vorteile für die Kunden liegen
ganz klar in der Verschlankung der eigenen Bilanz sowie in der
Auslagerung von administrativen Prozessen. Zudem können
unerwartete Bedarfsspitzen unkompliziert durch Nachordern der
zusätzlich benötigten Werkzeuge abgefangen werden. Mit dem
Hilti Flottenmanagement ist man viele unnötige Sorgen los und begleicht
stattdessen nur eine einzige Rechnung im Monat. Das sorgt für
Kostentransparenz und entlastet Rechnungswesen und
Controlling.

"Dies ist einer der Erfolgsgründe unseres Geschäftsmodells:
Die ständige Verbesserung", so Pius Baschera, 13 Jahre lang
CEO und seit kurzem Aufsichtsratspräsident. Der
Werkzeugschmiede mit Sitz im liechtensteinischen Schaan geht
es "fantastisch". Und dennoch gibt man sich nicht zufrieden,
obwohl es "immer noch besser läuft". Im Geschäftsjahr 2006
stieg der Nettoumsatz um 13% auf 4,118 Mrd. CHF, der
Reingewinn um 21% auf 344 Mio. CHF. Damit lässt sich gut in
Forschung, Entwicklung und 360-Grad-Querdenken investieren –
und gibt Billiganbietern aus China keine Chance.
Querdenk-Chance
"Unsere Produkte sind hochpreisiger als die der
Konkurrenz, dafür bieten wir aber auch mehr", so das Credo der
Liechtensteiner. Hilti ist der
Inbegriff für Qualität und Zuverlässigkeit am Bau - aber das
allein reicht nicht mehr,
um die Spitze zu verteidigen. Das Flottenmanagement hat schon
fast ein Zehntel der insgesamt gut 100.000 Kunden überzeugt,
und man fragt sich: Warum ist da vorher noch keiner
draufgekommen?
Quellen und
weiterführende Informationen
>Homepage
Hilti
>Broschüre
Hilti Fleetmanagement (pdf)
>Mehr Beispiele zu "360-Grad-Blick"
>Mehr Quergedachtes:
Alles, außer gewöhnlich &
Different Thinking


Schmerzens- statt Trinkgeld!
Hau den Kellner für 5 Euro
Zum Abschluss noch ein skurriles Geschäftsmodell aus
China. In Nanjing hat vor kurzem eine Bar mit dem Namen "Zur aufgehenden
Sonne und zum Abbau von Ärger" eröffnet. Sie richtet sich an
frustrierte Frauen.

Für diese Zielgruppe stehen 20 tolerante
Kellner zur Verfügung, die von den weiblichen Gästen nach
Belieben verprügelt werden dürfen. Für 50 Yuan (etwa 5 Euro)
ist schon mal 'ne Ohrfeige drin. Für eine Totalvermöbelung
sind etwa 300 Yuan fällig, Randalieren ist da schon inklusive.
Und wenn's durch Kloppe nicht besser wird, gibt's Klapse: Ein
Psychologe kann ebenfalls in Anspruch genommen werden – aber
auf herkömmliche Weise! Männern ist der Eintritt zu diesem
Etablissement übrigens untersagt.



Die Business-Querdenker und Financial Times
Bestsellerautoren
Anja Förster und
Dr.
Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von
Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen
von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.
   
    
Ihr Labor für Business
Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf
allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und
erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den
Menschen, die dahinter stehen.
Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP,
Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.
Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie Petra Steurer:
Tel. +41 (0)71 7446522;

Mehr Infos gibt's hier:
>Förster & Kreuz: In
Vorträgen
>Förster & Kreuz: In
Büchern
>Förster & Kreuz: In
Person >Querdenk-Labor
>Querdenk-Cast
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Redaktion
Anja Förster, Moritz Jäger, Peter Kreuz
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