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Letztlich sind es
Differenzierungen, die Erfolgsstrategien erzeugen. Wenn
wir diese Aussage machen, nicken alle zustimmend
und sagen: "Oh ja, das macht Sinn". Also Differenzierung,
Andersartigkeit, darum geht es. Das dachten wir uns auch, als
wir uns im Herbst 2005 daran machten, das Exposé für unser
Buch "Alles, außer gewöhnlich" bei den großen Verlagshäusern
zu präsentieren. Unser Erfolg war - sagen wir es hier mal
vorsichtig - eher unterdurchschnittlich. Zu wenig "typische
Managementliteratur", zu anders, zu schräg.
Hätte es nicht einen Verlag in Berlin gegeben, der an dieses
Buch geglaubt hat, dann hätten wir es wohl selbst
veröffentlichen müssen :-) Deshalb freut es uns umso mehr,
dass dieses Buch, das gegen so viel anfänglichen Widerstand
entstanden ist, soeben für den Wirtschaftsbuchpreis
2007 nominiert wurde. Drücken Sie uns die Daumen!
Und: Glauben Sie an Ihre Ideen und lassen Sie sich nicht von den
institutionalisierten Bedenkenträgern runterziehen.
Mit alles, außer gewöhnlichen
Grüßen!
Anja Förster & Peter Kreuz


Traditionelle Grenzen des Wettbewerbs sprengen und dem
typischen Kopf-an-Kopf-Wettbewerb entkommen. Wie das geht?
Entwickeln Sie revolutionäre neue Leistungsangebote, die in
Ihrer Branche so noch nicht existieren und erobern Sie damit
vollkommen neue Kundensegmente:
Out-Of-The-Box! (mehr).
Querdenk-Praxis: Kärcher - Druck machen und sauber bleiben
"Innovation ist die beste Waffe gegen Billigkopien."
Geschäftsführer Hartmut Jenner muss es wissen. Nicht umsonst
ist sein Unternehmen, die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG,
Weltmarktführer in Sachen Sauberkeit: Hochdruckreiniger, Kehr-
und Saugmaschinen, Autowaschanlagen und Reinigungsmittel
bildeten bisher das Bollwerk gegen Schmutz aller Art. Doch das
Unternehmen aus Winnenden bei Stuttgart ist nicht nur
Spezialist im Reinigen mit Wasser, sondern auch von Wasser.

Mit Wasseraufbereitungssystemen der Marke "Kärcher Futuretech"
spricht das Unternehmen nun ganz neue Zielgruppen an: Menschen
in aller Welt, denen zu wenig oder nur verunreinigtes
Trinkwasser zur Verfügung steht. Mit den Kärcher
Futuretech-Geräten können zwischen 2.400 und 240.000 Liter
Wasser pro Tag entkeimt werden. Sogar Salzwasser mit einem
Salzgehalt bis zu 45.000 mg/l wird zu reinem Tafelwasser.

Damit hat das Unternehmen die Weichen für die Zukunft
gestellt, denn sauberes Trinkwasser ist ein riesiger Markt.
Heute leben 2,4 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sauberem
Trinkwasser, 7 Milliarden sollen es bis zum Jahr 2050 sein.
Auch wohlhabende Regionen werden im Zuge von Naturkatastrophen
immer öfter auf mobile Filteranlagen angewiesen sein – wie
zuletzt bei der Flutkatastrophe in Großbritannien.
Kärcher ist innovativ und sehr erfolgreich: Kärcher hat im
abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz von 1,25
Milliarden Euro erzielt und 6 Millionen Geräte verkauft. Das
Umsatzwachstum betrug über 13 Prozent. 85 Prozent der Produkte
sind jünger als vier Jahre – dieses Innovationstempo lässt
selbst Produktpiraten keine Chance!
Querdenk-Chance
Nicht nur Strom ist gelb, sondern auch Sauberkeit. Unter dem
Motto "Kärcher reinigt die Welt" werden seit über 20 Jahren
Monumente wie die US-Präsidentenköpfe am Mount Rushmore oder
den Petersplatz in Rom porentief rein. "Es gibt kein Objekt,
das wir gereinigt haben, ohne gleichzeitig eine Innovation
herauszuziehen", sagt Kärcher-Chef Jenner. So funktioniert
kluges Innovationsmanagement!
Mobile Wasseraufbereitungsgeräte könnten auch hierzulande
ähnlich selbstverständlich werden wie Staubsauger oder
Rasenmäher. Mit Kärcher Futuretech wurde aus bereits
vorhandenem Know-how ein komplett neues Produkt für einen
komplett neuen Markt geschaffen – das ist
Out-Of-The-Box-Denken!
Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage
Kärcher
>Homepage Kärcher Futuretech
>FAZ, Die Ideen und die Kunden gehen nie aus, Alexia
Angelopoulou
>Mehr Beispiele zu Out-Of-The-Box
>Mehr Quergedachtes:
ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH &
DIFFERENT THINKING

Statt das Alte immer weiter zu perfektionieren, verfolgen
Business-Querdenker einen anderen Weg: Sie hinterfragen
ungeschriebene Branchengesetze und brechen aus alten Mustern
aus. Das Ergebnis: Die Erschließung neuer
Wettbewerbs-Spielräume und ein Entkommen aus dem
Preis-Wettbewerb (mehr).
Querdenk-Praxis: Phorms macht Schule
Die Horrormeldungen gingen durchs Land: An der
Rütli-Hauptschule in Berlin-Neukölln waren die Pädagogen mit
ihrem Latein am Ende – ihre Schüler gewalttätig statt
lernwillig, deren Eltern unkooperativ oder überfordert. Die
fatalen Folgen für alle Beteiligten: Ein Teufelskreis aus
Demotivation und Desillusion. Wem die Schulbildung seiner
Kinder nicht egal ist, der meidet berüchtigte Problemschulen.
Am besten ist, man nimmt das Heft gleich selbst in die Hand.

So geschehen in Berlin Mitte, wo ein Team von Unternehmern,
die gleichzeitig auch Eltern sind, kurzerhand die
Phorms-Grundschule gegründet hat. Ihr Anliegen ist es, "einen
relevanten Beitrag zur besseren Bildung unserer Kinder zu
leisten." Dabei spielt der bilinguale Unterricht eine
entscheidende Rolle - und zwar ab dem ersten Schuljahr. Die
natürliche Sprachlernfähigkeit von Kindern soll genutzt
werden: "Englisch und Deutsch sind an unserer Schule
gleichwertige Unterrichtssprachen."

Weitere Schwerpunkte auf dem Lehrplan: Selbstverantwortung,
Organisationstalent, Entscheidungsfreude und
Risikobereitschaft sollen in jedem Schüler entwickelt werden.
Hoch qualifizierte Lehrkräfte mit internationaler Erfahrung
setzen modernste Lehrmethoden aus aller Welt ein. Das
Ganztagskonzept mit Klassenstärken von höchstens 24 Schülern
soll die intensive Beschäftigung mit jedem Einzelnen
gewährleisten.

Seit Sommer vergangenen Jahres läuft die Berliner Grundschule
- mit großem Erfolg. Das Angebot wird so gut angenommen, dass
im August diesen Jahres das erste Phorms-Gymnasium den
Unterricht aufnimmt, mit Spanisch als zweiter Fremdsprache und
Latein, Französisch oder Chinesisch als dritter. Gleichzeitig
expandiert das Konzept in andere deutsche Städte. Im August
eröffnen Phorms-Grundschulen in München, Köln und Frankfurt.
Hamburg und Hannover sollen folgen. Die Schulgebühren sind
nach dem Familieneinkommen gestaffelt.
Querdenk-Chance
Bildung ist der Rohstoff des 21. Jahrhunderts – aber den haben
wir nicht allein gepachtet. Es geht nicht mehr darum, dass es
zukünftige Generationen einmal "besser" haben sollen als wir.
Es geht darum, dass sie mit Milliarden wissbegieriger Chinesen
und Inder mithalten können.
Die Phorms-Gründer verdienen Respekt. Eltern haben sich
engagiert zusammengetan, um ihren Kindern das beizubringen,
was sie wohl selber gerne in der Schule gelernt hätten.
Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage
Phorms
>Mehr Beispiele zu Produkt-DNA
>Mehr Quergedachtes:
ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH &
DIFFERENT THINKING


Mix It – beruht auf der
Idee, Leistungsangebote auf völlig neue Art zu kombinieren.
Und es gilt: je ungewöhnlicher die Kombinationen, desto
einzigartiger das Ergebnis! (mehr).
Querdenk-Praxis: Connect18 – Für motorische Lerntypen
Noch ein innovatives Beispiel aus dem Bereich Bildung und
Lernen. Wir befinden uns aber nicht in einer Privatschule,
sondern in einem Fitness-Studio in San Francisco. Richtig
gelesen. John Ford und sein Team aus sport- und
reisebegeisterten Amerikanern hatten die Idee, im
Fitness-Studio nicht nur den Körper, sondern auch den Geist zu
trainieren. Heraus kam ein Mix aus Radfahren, Landschaftsvideo
und interaktivem Sprachkurs.

Und das funktioniert so: Eine DVD wird auf eine Leinwand
projiziert. So sieht man beispielsweise eine Dorfstraße in
Mexiko, die man entlang fährt indem man in die Pedalen des
Hometrainers tritt. Die Abspielgeschwindigkeit des Films
richtet sich dabei nach der eigenen Anstrengung. Anhand der
Motive werden spanische Vokabeln gelernt oder aufgefrischt.

Wichtig ist die Teamkomponente: Man radelt und lernt nicht
alleine, sondern in einer Gruppe. Der Fitness-Trainer nimmt
zugleich die Rolle des Lehrers ein, um die Kommunikation in
der Gruppe anzuregen und individuell zu fördern. Im Internet
stehen vertiefende Übungsaufgaben zur Verfügung – übrigens
auch für Sie frei zugänglich!

Connect18 kombiniert Wadel- und Vokabeltraining zu einem
medialen und körperlichen Erlebnis und das Fitness-Studio wird
zum Filmkasino. Wer nicht warten will, bis das Konzept von
deutschen Fitness-Studios aufgegriffen wird, kann sich die 900
Kilometer Sprachkurs quer durch Mexiko im Online-Shop
bestellen: 6 DVDs mit 12 Kursen kosten 49 Dollar.
Querdenk-Chance
Mit einer cleveren Mix-It Idee lässt sich ein echter Mehrwert
für Kunden schaffen. Ob ältere Menschen ihr Gehirn mit
Computerspielen trainieren (Beratungsletter Juli
2007) oder Menschen aller Altersklassen auf dem Hometrainer
Spanisch lernen – man bietet einen Mehrwert, den die
Konkurrenz nicht offeriert.
John Ford ist es gelungen, die oftmals monotone Anstrengung im
Fitness-Studio zu einer spannenden Gruppenerfahrung zu
vermengen. Eine cleverer Mix, der auf der ganzen Welt
funktionieren wird.
Quellen und weiterführende Informationen
>Homepage Connect18
>Mehr Beispiele zu Mix-It
>Mehr Quergedachtes:
ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH &
DIFFERENT THINKING



In der letzten Samstagsausgabe hat die Financial Times
Deutschland unser Buch
ALLES, AUßER GEWÖHNLICH
vorgestellt:
"Alles, außer gewöhnlich" brennt. Und ist zugleich ein ein
Streichholz, das andere entzündet. Einzig Gewerkschafter
werden das Buch hassen, beschreibt es doch auf jeder Seite,
dass Durchstarten die einzige Chance ist, um den eigenen Job
zu retten. Sonst übernimmt ihn einer der 1,3 Milliarden
Chinesen. "Darauf können Sie Gift nehmen. Oder streiken."
Ina Kirsch, Financial Times Deutschland

Innovation ist kein Prozess, der hinter geschlossenen
Unternehmensmauern stattfinden muss. Statt alles selbst zu
erfinden, verfolgen Business-Querdenker die Idee der
Outside-Innovation: Unternehmensmauern werden geöffnet und
Kunden, Anwender, Zulieferer und externe Experten aktiv in die
Gestaltung und Entwicklung neuer Produkte integriert:
Outside-Innovation!
Querdenk-Chance: Neo 1973 – Bau' Dir Dein Handy selbst!
Handys haben – wie die meisten elektronischen Geräte – einen
entscheidenden Nachteil: Schon wenige Monate nach dem Kauf
sind sie veraltet. Wer ständig auf dem neuesten Stand der
Technik sein will oder muss, dem bleibt nur der Teufelsritt
auf einem sich immer schneller drehenden Karussell: Hersteller
entwickelt - Kunde kauft - Hersteller bessert nach – Kunde
kauft wieder - usw.
Doch diese klassische Rollenverteilung wird immer öfter
aufgebrochen – prominentestes Beispiel: Die
Open-Source-Software Linux, die jeder weiterentwickeln und
verbessern kann. Städte wie München oder Wien haben sich dank
Linux aus der Abhängigkeit von Microsoft emanzipiert und ihre
IT-Infrastruktur umgestellt. Denn Linux-Computersysteme haben
den Ruf, weniger fehleranfällig und billiger im Unterhalt zu
sein.

Ein taiwanesischer Computerhersteller, die "First
International Computer Inc." (FIC) hat das Prinzip der
öffentlich zugänglichen Quellcodes nun auf Mobiltelefone
übertragen. Heraus kam das "Neo 1973", ein Handy, dessen
Software von Nutzern ständig weiterentwickelt werden kann. Das
Vorgehen sieht so aus: FIC liefert die Hardware und
koordiniert die Entwicklung, die Open-Source-Programmierer
arbeiten unentgeltlich mit und erhalten dafür die Garantie,
dass die gesamte Plattform (Geräte und Software) unter
quelloffenen Lizenzen steht. Die Software-Updates kann sich
jeder regelmäßig aus dem Internet herunterladen.

Seit einem Monat können die Versionen "Neo Base" für 300
Dollar und "Neo Advanced" für 450 Dollar im Online-Shop
gekauft werden. Beide Versionen richten sich an die
Entwicklerszene, die die Geräte auf Kinderkrankheiten
abklopfen soll. Leistungsstärkere, marktfähige Versionen für
den Konsumentenmarkt folgen im Oktober dieses Jahres.
Querdenk-Chance
Hatte nicht Steve Jobs versprochen, mit dem "iPhone" von Apple
das Handy neu zu erfinden? Nun, es sieht zwar gut aus – aber
neu erfunden? First International Computer hat tatsächlich den
Mut gehabt, genau das zu tun. Erklärtes Ziel des Linux-Handys
ist es, die relative Offenheit der PC- und Internet-Welt
endlich auch im Mobilfunk zu etablieren und die Anwender an
der Entwicklung und Verbesserung der Produkte zu beteiligen.
Outside-Innovation eben.
Quellen und weiterführende Informationen
>Entwicklerplattform OpenMoko
>Homepage
First International Computer
>Spiegel, Freiheit fürs Handy
>Heise, Offenes Linux-Smartphone Neo 1973 macht Fortschritte
>Mehr Quergedachtes:
ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH &
DIFFERENT THINKING


Wenn der Morgenkaffee nach Seife schmeckt, hat man etwas
falsch gemacht. Was aber, wenn die Seife nach frischem Kaffee
duftet? Gar nicht so abwegig: Die "Shower Shock", eine
koffeinhaltige Seife des amerikanischen Herstellers "Think
Geek", soll notorischen Morgenmuffeln auf die Sprünge helfen.
Denn diese Seife macht nicht nur sauber, sondern auch wach:
Das Koffein soll durch die Haut einziehen und so in den
Blutkreislauf gelangen. Ausgiebiges einreiben mit Shower Shock
verspricht die gleiche Wirkung wie zwei Tassen Bohnenkaffee.
Und dank Zutaten wie Pfefferminze und Zitrone riecht man
nachher im Büro auch nicht nach kaltem Kaffee...




Die Business-Querdenker und Financial Times
Bestsellerautoren
Anja Förster und
Dr.
Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von
Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen
von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.
   
    
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Redaktion
Anja Förster, Moritz Jäger, Peter Kreuz
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