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Ausgabe 76
Mai 2008


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Das Unternehmen hat einen Umsatz von rund 200 Mio. Dollar, aber nur wenige Mitarbeiter und nicht mal eine richtige Zentrale. Es ist praktisch ein Telefonunternehmen ohne Leitungen, Kabel und Schalter, ohne Servicemitarbeiter. Die Rede ist von Skype - Querdenker, Regelbrecher und Enfant Terrible der Telekommunikationsbranche.

Das Erfolgsrezept? Skype geht es nicht darum, das zu tun, was die Deutsche Telekom, BT oder France Télécom schon immer getan haben - und dabei ein klein wenig besser, schneller oder effizienter zu sein. Es geht überhaupt nicht um marginale Verbesserungen - sondern darum, die Spielregeln des Marktes neu zu erfinden. Punkt. Und Tatsache ist: Für einen rebellischen Newcomer, der darauf versessen ist, Branchendogmen zu kippen, hat es nie bessere Zeiten gegeben. Wie das funktioniert, dazu mehr in diesem Beratungsletter mit unserem Querdenk-Cast aus Tallinn…

Alles, außer gewöhnliche Grüße
Anja Förster & Peter Kreuz










Tallin, Estland:
Zwanzigstöckige Bürotürme mit zwanzig Schichten fleißiger Bürokraten, einer über dem anderen - das sind historische Auslaufmodelle, Relikte der Vergangenheit. So wie viele Unternehmen selbst: hierarchisch, bürokratisch, schwerfällig, am überkommenen Geschäftsmodell klebend.

Die neue Realität: Flache, agile und undogmatische Newcomer schlagen einen Haken um all die "hohen Türme". Skype ist so ein Unternehmen. Es gibt keinen zwanzigstöckigen Skype-Tower in einer Skype-Strasse in Tallinn. Die Mitarbeiter, Projektarbeiter und Freelancer sind überall auf der Welt zu Hause. Im Zeitalter der globalisierten Virtualität braucht es keine festen Büros mehr, keine festen Orte, keine festen Zeiten...



Dauer: 4:35 Min.

Querdenk-Cast anschauen | runterladen | Tourbilder






Ideen der Wettbewerber kopieren - das kann jeder. Clevere Querdenker blicken über die konventionellen Grenzen des Wettbewerbs hinaus und suchen ganz gezielt in vollkommen fremden Branchen nach cleveren Ideen (mehr).

Echnaton, Borat und Caligula im Maschinenbau

Vor einigen Tagen erreichte uns folgende, wohltuende Mail von Michael Hergeth (Text von der Redaktion unverändert):

"Ihr Buch 'Alles, außer gewöhnlich' ist eines der wenigen Bücher, das ich auf einen Rutsch gelesen habe. Selten haben mich Ideen so bestärkt und motiviert.

Ich bin beruflich in einer als relativ langweiligen angesehenen Branche, dem Maschinenbau, als Führungskraft im Werkstattbereich beschäftigt. Sie können sich vorstellen, dass gerade die Werkstatt kein guter Nährboden für 'ungewöhnliche' Ideen ist. Nichts desto trotz, haben mich Ihre Ideen inspiriert. Gerade der 360-Grad-Blick hilft mir täglich, eigene Prozesse zu verbessern.



Ein kleines Beispiel: Es gibt immer wieder wichtige Bauteile, die von den Mitarbeitern mit besonderer Priorität bearbeitet werden müssen. Nun sind die Teile mit einer 7-stelligen Nummer versehen. Sie können sich vorstellen, wie gut die Kommunikation funktioniert: 'Wo ist Bauteil 1234567?'. Nicht wirklich der Priorität angemessen.

Wie kann man über Bauteile sprechen, die nur Nummern haben? Die Lösung zu dem Problem kam mir während der letzten Hurrikane-Saison in den USA. Warum spricht man dort von 'Hurrikane Katrina' und nicht von 'Hurrikane 1234567'? Weil man sich damit besser identifiziert und die Gefahr plastischer wird.



Also haben meine wichtigen Bauteile jetzt Namen. Eines ist weiblich, eines männlich. Natürlich beginnend von A.

Der Effekt? Natürlich großes Gelächter der Mitarbeiter. Einer fühlte sich gleich in die Zustände der DDR versetzt. Ich hab mitgelacht und vorgeschlagen, jeder dürfe sich auch einen Namen aussuchen. Seitdem diskutieren wir jeden Morgen über Berta, Echnaton, Borat und Caligula. Die Durchlaufzeit hat sich um einige Prozentpunkte verbessert, gelacht wird immer noch. Aber nicht mehr über das System, sondern über die Namen.

Ein kleines Beispiel von vielen, die es uns ermöglichen den Vorsprung vor den 1.3 Milliarden Chinesen zu halten. Sie sehen, auch ein als vielleicht konservativ angesehener Bereich wie die deutsche Fertigung ist für Ihre Ideen zu begeistern."

Querdenk-Chance

Menschen wie Michael Hergeth sind unsere Helden. Weil ihr Handeln einem entscheidenden Grundsatz folgt: Es gibt keine Ausreden! Jeder von uns hat es in der Hand, das eigene Unternehmen zu einer sprudelnden Quelle für alles Neue und Unkonventionelle werden zu lassen. Wie das geht? Barrieren konventionellen Denkens überwinden, mutig experimentieren, das Lächeln der Bedenkenträger ignorieren, Fehler zulassen, daraus lernen und etwas verwirklichen. Bravo!

Quellen und weiterführende Informationen


>Mehr Beispiele zum 360-Grad-Blick
>Mehr Quergedachtes: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH & DIFFERENT THINKING



Tourkalender von Anja Förster & Peter Kreuz






Guter Service, Lächeltraining für die Mitarbeiter und eine blitzblanke Verkaufsstätte. Das ist wichtig, aber nicht mehr als die Eintrittskarte, die zum Mitspielen im globalen Wettbewerb berechtigt. Erfolgreiche Business-Querdenker spannen den Bogen sehr viel weiter: Sie brechen mit Konventionen ihrer Branche und entwickeln coole neue  Service-Angebote, die aufhorchen lassen, begeistern und ein temporäres Monopol im Markt schaffen (mehr).

BusinessWeek Service Champions – USAA und Four Seasons Hotels

In der Realität ist die Wirklichkeit ganz anders.
Oft sind es Welten, die zwischen
erstklassigem Service in der Theorie und in der Praxis liegen. Dabei würde ein Teelöffel voll gesunden Menschenverstands dazu beitragen, dieses Problem zu beheben: Gebt den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich in die Schuhe der Kunden zu versetzen. So einfach ist das.

Die beiden folgenden Querdenk-Beispiele zeigen, wie das funktioniert: Mitarbeiter aller (!) Hierarchieebenen erleben ihr Unternehmen aus der Kundenperspektive. Und zwar mit außergewöhnlichen Maßnahmen, die im Service-Ranking des BusinessWeek-Magazins mit den Plätzen 1 und 2 belohnt wurden.



1. United Services Automobile Association (USAA): Die Kunden des amerikanischen Finanzdienstleisters und Versicherers sind ausschließlich Armeeangehörige und deren Familien. Doch von den USAA-Mitarbeitern hat kaum jemand "gedient". Also bekommen neue Mitarbeiter in der Orientierungsphase Helm und Uniform, und in der Kantine den typischen Army-Fertigfraß verpasst. Besonders wirkungsvoll: USAA-Angestellte dürfen auch Briefe von Soldaten, die im Kampfeinsatz sind, lesen, um deren Sorgen und Bedürfnisse besser nachzuvollziehen.



2. Four Seasons Hotels and Resorts: Einfache Servicekräfte eines Luxushotels können sich kaum eine Nacht in ihrem Hotel leisten. Die 5-Sterne-Kette Four Seasons lässt daher jeden Mitarbeiter, ob Putzfrau oder Elektriker, regelmäßig in den eigenen Hotels übernachten. Kostenlos - aber nicht umsonst!

Die Idee: Die Hotelangestellten sollen den hauseigenen Service bewusst erleben. Denn sie sind die strengsten Kritiker – wenn man sie nur lässt! Positiver Nebeneffekt: Die Mitarbeiter nehmen die Lernmaßnahme als Belohnung wahr. Während ihrer Einarbeitung "müssen" sie einmal, nach zehn Dienstjahren dürfen sie bis zu 20 Mal jährlich in einem Four Seasons-Hotel absteigen.

Kein Wunder, dass die Hotelkette seit elf Jahren durchgängig unter den "100 Best Companies to Work For" rangiert. Nur 13 weiteren Unternehmen ist dies ebenfalls gelungen.



Querdenk-Chance

Wer ein Produkt oder einen Service verbessern oder ein bahnbrechendes neues Angebot entwickeln will, muss unbedingt mit eigenen Augen sehen, welche Bedürfnisse die Kunden haben.

Guy Kawasaki, Apple-Veteran und Bestsellerautor, fordert: "Eat your own dog food" – Man möge das Futter, das man für Hunde produziert, auch gefälligst mal selbst essen. Klar?

Quellen und weiterführende Informationen
>Special Report Customer Service Champs, BusinessWeek, 05.03.207
>Homepage USAA
>Homepage Four Seasons Hotels and Resorts
>Mehr Beispiele zu 5-Star-Service
>Mehr Quergedachtes: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH & DIFFERENT THINKING


Vortraege von Anja Foerster + Peter Kreuz





Statt das Alte immer weiter zu perfektionieren, verfolgen Business-Querdenker einen anderen Weg: Sie hinterfragen ungeschriebene Branchengesetze und brechen aus alten Mustern aus. Das Ergebnis: Die Erschließung neuer Wettbewerbs-Spielräume und ein Entkommen aus dem Preis-Wettbewerb (mehr).

Jones Soda – "Truthahn mit Soße" aus der Limoflasche


Jones Soda-Gründer und Unternehmenschef Peter van Stolk erklärt das Erfolgsrezept seiner Innovation so: "Wir haben das Unternehmen in dem Wissen gestartet, dass die Welt alles mögliche braucht – bloß nicht noch eine weitere Limo-Marke. Das hat uns dazu gezwungen, phantasievoll zu sein."

Die Lösung: Van Stolk hat den direkten Kopf-an-Kopf-Wettbewerb mit etablierten Softdrink-Herstellern gemieden und Jones Soda anders positioniert. Ganz anders!

Denn eines ist klar: Wer versucht, das gleiche zu machen wie Coca-Cola oder Pepsi, hat gegen deren Werbe-Milliarden und Vertriebskanäle keine Chance. Der kleine Herausforderer Jones Soda ist dennoch hoch erfolgreich, dank...



...außergewöhnlicher Kunden: Ohne die Fangemeinde, die "Community", wäre Jones Soda nur ein weiterer überflüssiger Abfüller. Die Kunden sind die wichtigste Inspirationsquelle und werden via Website in die Markengestaltung involviert. Sie schicken ihre Fotos für die Etiketten ein, ihre Sprüche landen auf den Deckeln und sie entscheiden über das Design der Merchandising-Artikel. CEO van Stolk: "Dies ist nicht unsere Marke. Sie gehört unseren Kunden!"



...außergewöhnlicher Geschmacksrichtungen: Sie sind das direkte Ergebnis der Einbindung der Kunden, die Vorschläge für Aromen online einreichen und über die Namen abstimmen. Heraus kamen Zungenbrecher und zweifelhafte Gaumenfreuden wie "Blue Bubble Gum", "Bohemian Raspberry", "Chocolate Fudge oder "D'Peach Mode". Auch das grelle Flaschendesign entstammt den Vorlieben der Kunden.

Pünktlich zum Thanksgiving-Fest tischte Jones Soda ein flüssiges Komplettmenü auf, bestehend aus "Truthahn mit Soße", "Kartoffelpüree mit Butter", "Grüne Bohnen" und "Früchtekuchen". Prostmahlzeit. Innerhalb einer Stunde war die Special Edition ausverkauft und nur noch für viel Geld auf eBay zu ersteigern.



...außergewöhnlicher Vertriebskanäle: Als Marke muss Jones Soda vor allem dort präsent sein, wo sich die Kunden aufhalten: In Tatoo-Studios oder in Musikläden. Jones Soda betreibt auch die Online-Musikplattform MyjonesMusic: Hier können Kunden kostenlos Musikdateien austauschen, und Nachwuchsbands können ihre eigenen Songs der riesigen Jones-Community vorstellen.



Querdenk-Chance

Je mehr Jones Soda die Community einbezieht, desto mehr Menschen sprechen über das Getränk. Eine bessere und billigere Werbung gibt es nicht! Diese unglaublich enge Kundenbeziehung verleiht Jones Soda längst Kultstatus und ermöglicht revolutionäre Marketingansätze.

Geht es noch um ein Getränk? Auch. Aber vor allem geht es um die Gestaltung einer Marke. Genauer: Meiner Marke! Jones Soda zeigt, dass es keine satten Märkte gibt, solange man prickelnde Alternativen zum Mainstream parat hat.

Wenn Sie wissen, wie Ihre Kundschaft tickt und welche Bedürfnisse sie hat, können Sie auch mit gezielter und kreativer Produkt-DNA auf sie reagieren. Es muss ja nicht gerade blaue Kaugummi-Limo sein...


Quellen und weiterführende Informationen

>Homepage Jones Soda
>Homepage MyjonesMusic

>Mehr über Jones Soda im Buch
"Marketing Genie" von Peter Fisk
>Mehr Beispiele zu Produkt-DNA

>Mehr Quergedachtes: ALLES, AUSSER GEWÖHNLICH & DIFFERENT THINKING









Viermal pro Woche Millionär? Kein Problem.

Hin und wieder mal Millionär sein, oder sogar Milliardär – das ist kein Problem mehr. Die US-Firma Customreceipts stellt gefälschte Geldautomaten-Quittungen her. Name, Auszahlungsbetrag und die Füllhöhe des Kontostands sind frei wählbar. So können Sie ganz lässig die nette Dame neben Ihnen an der Bar beeindrucken, indem Sie Ihre Telefonnummer auf die Rückseite dieses fingierten Belegs notieren...



Vorbei die Zeiten, als Sie Ihren fetten geleasten Audi-BMW-Mercedes dynamisch vor der Bar im absoluten Halteverbot parken mussten, um Eindruck zu schinden. Auch auf die meterdicke teure Sonnenbrille, durch die Sie kaum noch die Umrisse Ihres Gegenübers erkennen können, können Sie zukünftig getrost verzichten. Denn Zahlen lügen nie. Ein Monatsabo mit vier individuell angefertigten Belegen pro Woche – mit jeweils aktuellem Datum, versteht sich – kostet 6 US-Dollar. Coolnessfaktor XXL!












Die Business-Querdenker und Bestsellerautoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz gehören zu einer neuen Generation von Wirtschaftsvordenkern: Leidenschaftlich unkonventionell kämpfen sie für die Befreiung aus Denkschablonen, das Ablegen von Scheuklappen und das Verlassen ausgetretener Pfade.

            
     

Ihr Labor für Business Querdenken ist die weltweit einzige Organisation, die auf allen fünf Kontinenten nach unkonventionellen und erfolgreichen Geschäftskonzepten forscht und nach den Menschen, die dahinter stehen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, SAP, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.

Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie Petra Steurer:
Tel. +41 (0)71 7446522;


Mehr Infos gibt's hier:
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Verantwortlich für den Inhalt: FÖRSTER & KREUZ GmbH
Geschäftsführer: Anja Förster, Dr. Peter Kreuz
Sitz: Heidelberg; Amtsgericht Mannheim: HRB 704510

c/o NO LIMIT· PR und Marketing Steurer, Petra Steurer, Rosenstrasse 12; 9430 St. Margrethen; Schweiz; T +41 (0)71 744 65 22, F +41 (0)71 740 09 26,


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Pictures: www.jonessoda.com, www.myjonesmusic.com, www.fourseasons.com, www.usaa.com, www.customreceipts.com, www.wittenstein.de
 
Redaktion: Anja Förster, Simone Holstein, Moritz Jäger, Peter Kreuz

 
 
 Copyright © ANJA FÖRSTER & DR. PETER KREUZ