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Urgewalt. Ungezügelt. Ein Gewitter entlädt sich
krachend nahe der Frankfurter Commerzbank Arena. Und dieselbe
pure Energie elektrisiert uns auch im Inneren des Stadions. Wir sind
auf dem Konzert von Bruce Springsteen. Eigentlich sind wir gar keine
eingefleischten Springsteen-Fans. Oder: waren es vor diesem Konzert
noch nicht. Haben die Konzertkarten nur gekauft, weil Freunde uns
eindringlich nahe gelegt hatten, dass wir den „Boss“ unbedingt mal
live erleben müssten. Na gut, dachten wir, warum nicht? Und dann
das! Dieser bald 60-Jährige entfesselt eine emotionale Wucht, die
uns fast die Ränge hoch fegt.
Nach dem ersten Song ist sein Hemd schweißnass, nach dem zweiten
kleben die Haare, nach dem dritten hat seine Hose die Farbe
gewechselt – und was nun noch dreieinhalb Stunden so weiter tobt,
beschrieb die FAZ hinterher so: „Dann bekommt die Gitarre wieder
Saures und nach einem weiteren musikalischen Halbmarathon möchte
man, energetisch schon bis an den Rand aufgeladen, Springsteen fast
schon zügeln, er hat ja noch eine ordentliche Tournee vor sich. Aber
das würde seiner Botschaft den nötigen Nachdruck nehmen: Es wird
so lange Rock’n’Roll gespielt, bis der Boss kaputt ist und auch der
letzte kapiert hat, was ein Mensch leisten kann, wenn er mit
Leidenschaft und Menschenfreude bei der Sache ist, kurz: wenn der
Wahnsinn Methode bekommt, mit dem allein die Welt zu verändern ist
…“
Dieses Konzert hat unsere Maßstäbe verschoben: Unglaubliche
emotionale Kraft und mitreißende Energie, gepaart mit
einem legendären Arbeitsethos (3 Stunden, keine
Pause, keine Vorband, Zugaben ohne Ende). Wie sähe die Welt aus, wenn alle ihre „Jobs“ mit der Leidenschaft
machen würden wie der „Boss“, der seit 30 Jahren auf der Bühne steht?
Keine Routinen haben, sondern in jedem Moment einfach alles geben?
Wie viele „Bosse“ kennen wir im Business, die Menschen derart mit
purer Energie anstecken?
Die Zukunft gehört den Springsteens dieser Welt! Menschen,
die ihren Job mit voller Leidenschaft machen, die in ihrem Element
sind und sich nicht vorstellen könnten, jemals etwas anderes zu tun. Von dieser Vision spricht auch der Bestsellerautor Ken
Robinson im Interview in dieser Ausgabe. Auf diese Zukunft freuen
wir uns! Um es mit einer Zeile von Springsteen zu sagen: „Better
days are shining through.“
Energiegeladene Grüße
Anja Förster & Peter Kreuz
PS1:
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PS2:
Fotos vom Konzert


Backstage Talk: Sir Ken
Robinson
Sir Ken Robinson ist einer der meistgefragten
Experten in Sachen Kreativität, Innovation und Bildung. Der
Brite lebt im kalifornischen Küstenort Santa Monica und ist
Bestsellerautor und Berater.
Wir haben ihn in London getroffen und als einen visionären Denker
mit Bodenhaftung kennen gelernt, der über die wunderbare Fähigkeit
verfügt, anspruchsvolle Inhalte mit knochentrockenem britischem
Humor zu verbinden. Sein Hauptanliegen: Ein grundlegendes Umdenken
in unseren Schulen ist überfällig, denn Kreativität ist genauso
wichtig wie die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben. Deshalb fordert
er eine radikale Umgestaltung unseres Bildungssystems – ein
Anliegen, das wir aus vollem Herzen unterstützen.
Zum Interview
Backstage: Kirchhoff und
Porsche Consulting
Wenn die Nachbarn den Dachgepäckträger aufs Auto schnallen, dann
wissen wir: Es ist Sommer! Und Reisezeit, die beste Zeit des Jahres – um das
Auto stehen zu lassen. Weil man sich damit einiges an Stress spart: Das
Ausharren auf klebrigen Ledersitzen zum Beispiel. Die Diskussion, wer denn nun
die Wasserflasche aus dem Auto geräumt hat. Und den Anblick verzweifelter
Mütter, denen schon vor Stunden die Antworten auf die Frage „Wann sind wir
endlich da?“ ausgegangen sind. Reisezeit ist Stauzeit. Und wer schon mal im
Hochsommer im Stau gestanden hat, der hat sich garantiert auch schon mal
gefragt, warum auf der Baustelle, die seit zwei Stunden alle Autoinsassen zur
unfreiwilligen Zen-Meditation nötigt, kein Mensch zu sehen ist. Niemand. Weit
und breit nicht.
Rund 250 Baustellen mit einer Gesamtlänge von knapp 1.000
Kilometern werden nach Berechnungen des ADAC während der diesjährigen
Hauptreisezeit in Deutschland zu Rekordstaus führen. Jeder Autofahrer steht pro
Jahr durchschnittlich mehr als 60 Stunden im Stau. Baustellen sind nach
Schätzungen des Clubs für rund ein Drittel der Zeit verantwortlich, die wir im
Stau verbringen. Und damit belasten sie nicht nur uns, unsere Beziehungen und
unsere Umwelt, sondern sind auch ein dicker Kostenfaktor für die
Volkswirtschaft. Auf rund 122 Milliarden Euro schätzt Jörg Kaiser von Porsche
Consulting den jährlichen Schaden. Und hat mit seinem Beraterteam eine
Lösung erarbeitet, wie man dem entgegenwirken kann.
Nämlich mit exakt derselben Art von Prozessoptimierung, wie sie in der
Autoindustrie seit der „Toyota-Revolution“ praktiziert wird. Denn die vielen
schlecht gemanagten Baustellen haben ihre Ursachen in denselben
Organisationsmängeln, die Porsche Ende der Achtziger fast das Rückgrat gebrochen
hätten. Wie viel weniger Baustellen gäbe es, wenn überall „just in time“
gearbeitet würde. Genial, dass das praktische Wissen eines Sportwagenbauers
einem Straßenbauunternehmen weiterhelfen kann. Wo unterschiedliche Welten
aufeinanderprallen, wird Energie frei – und das kann extrem produktiv sein.
Bei F. Kirchhoff Straßenbau glaubte man: Gerade in dieser Fremdheit
liegt das Potenzial. Solange wir nur weiter denken, was wir immer denken, werden
wir nicht herausfinden, wie man es auch anders machen könnte – also: Lasst uns
über den Tellerrand schauen! Die Kirchhoff-Leute waren bereit, sich von jemandem
beraten zu lassen, der die ungeschriebenen Gesetze der Baubranche gar nicht
kannte. Der anders dachte. Porsche denkt anders.
Und plötzlich funktionieren Baustellen effizient: 300 Tonnen
Asphalt pro Stunde statt nur 180. Sieben Tage für vier Kilometer Autobahn statt
dreizehn Tage. 40 Prozent weniger Staus. 40 Prozent weniger Energieverbrauch auf
der Baustelle. 50 Prozent kostengünstigere Bauprojekte und zwar ohne
zusätzliche Investition in Technik. Allein durch veränderte Abläufe, bessere
Absprachen und Just-in-Time-Philosophie.
Hätte Kirchhoff darauf nicht selbst kommen können? Wir glauben: nein. Weil es
meistens jemanden von außen braucht, der einem die Augen öffnet für andere
Sichtweisen und andere Lösungen. Der einem zeigt, dass es mehr als einen Weg zum
Ziel gibt und dass einer dieser Wege – auch wenn dieser vielleicht steiniger
ist, als der einbetonierte – sogar kürzer ist. Es braucht den Mut, sich die
andere Meinung anzuhören. Sich auf das Risiko einzulassen, dass jemand die Welt,
wie man sie kennt, auf den Kopf stellt. Und plötzlich alles viel klarer
aussieht.

Backstage: Pfizer
Danke! Wir bedanken uns bei Andros aus Einhausen, Petra aus St.
Margrethen, Oliver aus Moos, Dirk aus Heidelberg, Achim aus Berlin, Ken aus San
Jose und bei Prakash aus Madras...
Ohne diese Menschen könnten wir nicht so entspannt und effektiv
arbeiten, wie wir es tun. Es ist wichtig für uns, dass sie da sind. Natürlich
bezahlen wir sie für ihre Arbeit. Aber das ist kein Luxus, den wir uns als
Selbstständige leisten, sondern eine ökonomisch sinnvolle Maßnahme: Durch das
Auslagern vieler Aufgaben haben wir mehr Zeit, um das zu tun, was wir am besten
können. Was uns am meisten Spaß macht und unseren Kunden den meisten Wert
bringt.
Dass ein Big Player wie Pfizer ebenfalls die Vorteile des
Outsourcings nutzt, hat uns nicht wirklich überrascht. Aber wir waren
begeistert, als wir erfahren haben, auf welche Art und Weise Pfizer das tut. Der
Pharmariese gibt nämlich einzelnen Mitarbeitern die Freiheit – und die
Selbstverantwortung –, ihre weniger wertschöpfenden Tätigkeiten individuell und
nach Belieben an Externe zu vergeben, genauso wie wir als Selbstständige das
können.
Wir mussten gleich an Tim Ferris und das Credo seines Bestsellers „Die
4-Stunden-Woche“ denken: Lass andere für dich arbeiten, wo deine eigene
Arbeitskraft verschwendete Zeit wäre. Bei Ein-Mann-Unternehmen wie Tim ist das
so clever wie nachvollziehbar. Aber wenn ein Weltkonzern wie Pfizer seinen
Mitarbeitern diese Entscheidungsfreiheit lässt, ist das noch mal eine ganz
andere Dimension!
Denn oftmals bedeutet Outsourcing, Arbeitsplätze in Billiglohnländer auszulagern
und die Stellen am
heimischen Standort zu streichen. Nachdem Pfizer im Januar bereits 8.000 Stellen
gestrichen hat, also 8.000 wertvolle Köpfe und 16.000 wertvolle Hände verloren
hat, geht das Unternehmen das Thema jetzt anders an: Weil immer weniger
Mitarbeiter immer mehr Arbeit erledigen müssen und der Produktivitätsdruck auf
das Unternehmen enorm ist, werden die Mitarbeiter nun dazu ermutigt, selbst zu
beurteilen, ob sie beispielsweise ihre Reisekostenabrechnung lieber selbst
machen oder von einem Dienstleister in Indien bearbeiten lassen.
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Der Vorteil für die Pfizer-Mitarbeiter liegt auf der Hand: Sie haben nicht nur
mehr Zeit, um an den wirklich wichtigen Themen zu arbeiten, sondern fühlen sich
gleichzeitig auch wertgeschätzt. Und werden
produktiver und damit für das Unternehmen wertvoller. Denn so haben sie die
Möglichkeit, sich dort mit voller Energie einzubringen, wo sie am meisten
leisten können und wirklich gebraucht werden. Etwas, das eigentlich jeder Chef
seinen Mitarbeitern zugestehen sollte – im allseitigen Interesse.
Aus Sicht der Mitarbeiter: Passgenauere Tätigkeiten, mehr
Wertschöpfung im Job, mehr Spaß bei der Arbeit. Aus Sicht des Unternehmens: Höhere
Produktivität und höhere Arbeitszufriedenheit. Eine echte Win-Win-Lösung!

Backstage Pass
Bea Gellhorn schreibt:
"Widerstände
schrecken mich nicht ab. Im Gegenteil: Sie fordern mich heraus! Dass ich mit
dieser Einstellung richtig liege, finde ich als Social Entrepreneur und treue
Leserin immer wieder in Ihrem Business Backstage Report bestätigt.
Insiderart ist die größte Online-Galerie für zeitgenössische Kunst von
Künstlern mit Behinderungen in Deutschland. Unser Anliegen ist
es, Aufmerksamkeit für unsere Künstler zu generieren. Wir wollen
Chancengleichheit schaffen, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Unser
Angebot ist für die Künstler komplett kostenlos und 100 Prozent der Erlöse
fließen an sie. Wir finanzieren uns über Sponsoring und Kooperationen, denn in
das Raster von Fördergeldern passen wir nicht und Spenden nehmen wir nicht.
Wir sind viele kreative und auch ungewöhnliche Wege gegangen, um aus unserer
Idee ein erfolgreiches Projekt zu machen. Namhafte Sponsoren wie Daimler, Würth
oder auch Ministerien haben uns dabei unterstützt. Erste Kooperationsanfragen
kommen aus europäischen Nachbarländern und wir sind mittlerweile eng vernetzt
mit Medien, Politik, sozialen Organisationen und der Kunstwelt. Derzeit arbeiten
wir schon an unserer zweiten Version, die im Februar kommenden Jahres online
gehen soll – manchmal muss man sich die Herausforderungen eben auch selbst
schaffen."
Outtake: Piratenjagd
Die Zeitungsmeldung lässt einem den Atem stocken: „Reiche Russen
auf Piratenjagd vor Somalia“. Wenn es stimmt, was das „Wirtschaftsblatt“ aus
Österreich berichtet und worauf uns unsere Leserin Anja Röhm aufmerksam gemacht
hat, dann veranstaltet ein russischer Unternehmer Kreuzfahrten auf der
gefährlichsten Wasserstraße der Welt, von Djibouti nach Mombasa, – Piratenjagd
inklusive. Der harmlos erscheinende Dampfer schippert als Köder so lange hin und
her bis Piraten angreifen.
Mindestens eine Attacke wird vom Veranstalter garantiert. Und dann dürfen die
bis an die Zähne bewaffneten russischen Millionäre Krieg spielen. Unter realen
Bedingungen. Ganz legal für einen Preis von 5.790 US-Dollar pro Tag. Das
„Wirtschaftsblatt“ schreibt: „Eine Maschinenpistole des Typs AK-47 kann von den
russischen Kreuzfahrtpassagieren an Bord für 9 Dollar am Tag gemietet werden.
100 Schuss Munition kosten 12 Dollar. Ein Granatwerfer kostet 175 Dollar am Tag.
Dazu gehören drei Granaten, die im Mietpreis enthalten sind. Die Benutzung eines
an der Reling fest installierten Maschinengewehres soll 475 Dollar kosten.“
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Nein, liebe Leser, wir machen hier keine Werbung für dieses
Angebot. Das können Sie sich ja wohl denken! Wir sind nur immer wieder baff,
welche Blüten Wirtschaft treiben kann. Ein Bedürfnis. Ein Angebot. Ein Geschäft.
Aus diesem Mechanismus kann ein Unternehmer alles machen: ein
Springsteen-Konzert, weniger Stau auf den Straßen, eine Online-Galerie – oder
eben Kriegsspiele vor der somalischen Küste.



Förster & Kreuz
Förster & Kreuz sind Vordenker einer neuen Generation
in Wirtschaft und Management.
Leidenschaftlich. Kämpferisch. Erfrischend. Sie bringen Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.
Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.

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