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Neulich blättern wir in der Zeitung und bleiben verblüfft bei der
Werbung hängen: Ein Ganzseiter der Commerzbank kündigt „den ersten
Kundenbeirat einer deutschen Privatbank“ an. „Denn Ihre Meinung ist
uns wichtig“, heißt es da. Eine der größten deutschen Banken trifft
sich also ab jetzt zwei Mal pro Jahr mit ausgewählten Kunden. Wir sind
schwer beeindruckt.
Ähnlich beeindruckt waren wir, als einer unserer Laptops ausfiel und
wir den Hersteller telefonisch erreichen konnten. Ist das nicht
GIGANTISCH? Zum Glück hatten wir vorher die ganzseitige Anzeige
gesehen: „Wir sind für unsere Kunden telefonisch erreichbar. Das ist
uns wichtig.“ Da riefen wir Halleluja, mussten gleich an unsere Leser
denken und haben beschlossen, unser nächstes Buch unschlagbar
leserfreundlich zu gestalten. Es wird Seiten haben. Aus Papier. Die
sich einzeln umblättern lassen. Toll, was!
Es ist grotesk, was hier als DIE kundenfreundliche Erfindung gefeiert
wird: Nämlich eine Selbstverständlichkeit: Ein Unternehmen spricht
regelmäßig mit seinen Kunden. Das ist Standard! Das dürfen wir
voraussetzen! Dass nun auch der Vorstand einer deutschen Großbank
Kundenkontakt sucht, ist löblich. Aber dann – warum nur zwei Mal pro
Jahr? Und das mit Kunden, deren „Bewerbungsunterlagen“ vorher von der
Bank „ausgewertet“ werden, wie es auf der Website der Commerzbank
heißt?
Und dann fragen wir uns: Wenn so eine Aktion mit Anzeigen gefeiert und
von der Wirtschaftspresse bejubelt wird, wie ZAPPENDUSTER muss dann
erst der Durchschnitt aussehen? Wie oft reden die mit ihren Kunden?
Glauben solche Unternehmen, sie seien der
Mittelpunkt des Universums und der Kunde werde allein durch die
Schwerkraft in ihrer Umlaufbahn gehalten? Wir halten es lieber mit
Kopernikus und behaupten mal frech, dass alle Planeten um die Sonne
und alle Unternehmen um den Kunden kreisen. Und Sie?
Kopfschüttelnde Grüße
Anja Förster und Peter Kreuz


Backstage Talk: Bertrand Piccard
Im Rahmen des OMV Village 2008 in Alpbach haben wir Bertrand
Piccard getroffen, den Schweizer Abenteurer und Facharzt für
Psychiatrie, der als erster Mensch die Erde in einem Ballon umrundet
hat. Er hielt seinen Vortrag im Anschluss an unseren und so
kamen wir „backstage“ ins Gespräch. Ein sympathischer und
energiegeladener Typ, der im positiven Sinn seine Grenzen auslotet
und ständig Neues ausprobiert.
Wir haben Bertrand nach seinem neuen Projekt „Solar Impulse“
gefragt. Spätestens 2012 will er mit einem
Solarflugzeug emissionsfrei die Welt umrunden.
Das Interview finden Sie hier...
Backstage: Marko Ahtisaari und Blyk
Stellen Sie sich vor, jemand verspricht Ihnen auf eine Werbe-MMS an
Ihre Zielgruppe eine Responserate von über 50 Prozent. Und stellen Sie
sich dann vor, dass derjenige, der Ihnen so etwas verspricht, ein blonder Typ
mit einem Jungengesicht ist, der aussieht, als würde er nächstes Jahr
Abitur machen. Ganz ehrlich, wie reagieren Sie? Vielleicht ja ungefähr
so: Hahahaha!
Mit mindestens einem spöttischen Lächeln haben
die meisten Insider aus der Mobilfunkbranche reagiert, als der 39-jährige
Finne Marko Ahtisaari zum ersten Mal die Idee seiner Firma Blyk
präsentierte: werbefinanzierte Gratistelefonate übers Handy. Heute
lacht auf dem britischen Mobilfunkmarkt, wo Blyk gestartet ist,
niemand mehr. Vor allem nicht die etablierten Anbieter.
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Quelle: Joi,
www.flickr.com/photos/joi/2480548979/ |
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Blyk macht gleich mehrere Sachen richtig: Zum
Beispiel die Beschränkung des Angebots auf 16- bis 24-Jährige. Das ist
konsequent – und mutig! Über 200.000 britische Jugendliche
telefonieren inzwischen kostenlos mit Blyk und erklären sich im
Gegenzug damit einverstanden, maximal sechs Werbe-MMS täglich zu
erhalten. Diese Werbung verpufft keineswegs. Bei einer Kampagne für
ein Buch von Nick Hornby kontaktierten tatsächlich 64 Prozent der
Nutzer per Handy den Verlag. Die Zielgruppenansprache ist offenbar gut
durchdacht.
Dabei räumt Ahtisaari freimütig ein, dass man mit Werbung
allein keinen Mobilfunk finanzieren kann und sucht jetzt nach Kooperationspartnern.
Nächstes Jahr will sein Unternehmen auch in Deutschland starten. Ob es
funktionieren wird? Wir wissen es nicht. Aber hinterher wollen ja immer alle die
Propheten gewesen sein. Wir finden es gut, dass Ahtisaari eine Idee einfach
ausprobiert, die andere für kompletten Wahnsinn halten. Dafür hätte er glatt
einen Preis verdient. So wie sein Vater Martti Ahtisaari. Der hat gerade den
Friedensnobelpreis bekommen. Nicht von schlechten Eltern, oder?

Backstage: „Tag Trade“ bei Best Buy
Jeff Severts ist Marketingchef der Elektronikkette Best Buy,
einer Art amerikanischem Media Markt. Eines Tages will Severts eine Prognose über den Absatz von Geschenkgutscheinen im
kommenden Monat haben. Klar, so etwas gehört zur Routine seines Jobs.
Also fragt er die Experten aus der Marketingabteilung. Aber er macht
noch etwas anderes: Er sendet die Frage per E-Mail an hunderte
Angestellte bei Best Buy und bittet sie um eine Prognose auf Basis
des aktuellen Absatztrends. Als Anreiz lockt ein Geschenkgutschein
über 50 Dollar für die beste Schätzung.
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Quelle: tshein,
www.flickr.com/photos/drnewton/2057157132/ |
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Als einen Monat später die Verkaufszahlen auf dem Tisch
liegen, hat Severts allen Grund zur Freude: Die Schätzung der
Marketingexperten liegt nur um 5 Prozent neben dem tatsächlichen
Resultat. Aber dann, er hat es geahnt, kommt die Sensation: die
Schätzung der „ahnungslosen“ Angestellten weicht um lediglich 0,5
Prozent vom tatsächlichen Ergebnis ab. Ab jetzt ist Severts endgültig
von der Schwarmintelligenz überzeugt. Also davon, dass große Gruppen
von Menschen oft klüger sind als ihre klügsten Mitglieder. Und er hebt
eine Börse für Antworten auf Managementfragen aus der Taufe, die er
„Tag Trade“ nennt.
Jeder der 115.000 Angestellten von Best Buy kann
mitmachen und für das Management wichtige Prognosen abgeben. Die
Belohnung: Das gute Gefühl, dass die eigene Einschätzung zählt und ab und zu auch
mal ein Geschenkgutschein für den
besten „Händler“ dieser Wissensbörse.
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Quelle: Wall Street
Journal, http://online.wsj.com |
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Dieses Beispiel finden wir gleich aus mehreren Gründen gut:
Hier bricht jemand bewusst mit dem Dogma, dass die besten Einschätzungen im
Unternehmen immer von den Fachleuten kommen. Diese
Überzeugung ist ebenso verbreitet wie falsch. Und was uns an dieser Geschichte
noch fasziniert, ist das kluge Vorgehen von Severts: Anstatt für das Konzept
der Schwarmintelligenz die Werbetrommel im Unternehmen zu rühren, hat Severts
zunächst mit einem kleinen Experiment auf verblüffende Weise bewiesen, dass seine
Hypothese stimmt. Sein erster Versuch kostete ihn ein paar Stunden Zeit und die
Firma 50 Dollar. Erst danach legte er richtig los. Einfach mal ausprobieren mit
niedrigem Einsatz – das ist die Einstellung, die Unternehmen weiterbringt.

Outtake: Wireless Dental Camera
Ein kleiner Knigge-Test: Wie weisen Sie jemanden, der
Zahnstein wie die Rocky Mountains hat, maximal rücksichtsvoll und
empathisch darauf hin, dass er gefälligst mal wieder beim Zahnarzt
zur Prophylaxe mit schwerem Gerät gehen sollte? Gar nicht so
einfach. Wir haben uns kürzlich über diese Frage Gedanken gemacht.
Und nein, wir nennen hier keine Namen. Jedenfalls stießen wir kurze
Zeit später beim Surfen im Internet zufällig auf ein Produkt, das
uns jetzt in der Vorweihnachtszeit geradezu als ideales Geschenk
erscheint für ... nun ja.
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Quelle:
www.chinavasion.com |
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Mit der drahtlosen Dentalkamera von Chinavasion kann
jeder Expeditionen als Mundhöhlenforscher unternehmen und in die
schonungslose Wahrheit über sein Gebiss eindringen. Und zwar auf
Breitwand und in Farbe. Der scharfe 1,3-Megapixel-Liveblick bis an den
Horizont der Speiseröhre lässt sich problemlos auf den
Plasmabildschirm des heimischen TV übertragen. Enthüllungsfernsehen der ganz eigenen Art. Da bekommen wir
Gänsehaut ...

Up to date: Förster & Kreuz auf Tour
Von Anfang Dezember bis Mitte Januar nehmen wir uns die Freiheit, nur Dinge
zu tun, die unsere Batterien aufladen. Also keine Vorträge und keine Beratung
und stattdessen lesen, entdecken, über die Themen für unser neues Buches
nachdenken und verreisen. Unsere feste Überzeugung: Kein Mensch kann immer nur
Energie abgeben, ohne sich auszupowern. Die Winterzeit ist für uns wie
geschaffen, um innerlich zur Ruhe zu kommen.
Diesen Winter erfüllen wir uns einen lang gehegten Traum: eine Reise durch
den Jemen.
Ängstliche Naturen in unserem Freundeskreis fragen sich gerade, ob sie schon mal
für das Lösegeld sparen müssen. Aber keine Sorge, wir werden auf uns aufpassen.
Was uns außer dem Weltkulturerbe der Altstadt von
Sanaa
mit ihren unglaublichen Lehmhochhäusern am Jemen reizt, ist der
Perspektivenwechsel und das Eintauchen in eine ganz andere Welt. Und gerade,
weil wir nicht genau wissen, was uns erwartet, ist unsere Vorfreude umso größer.



Förster & Kreuz
Förster & Kreuz sind Management-Vordenker einer neuen Generation.
Leidenschaftlich, kämpferisch und erfrischend bringen Sie Führungskräfte und ihre Teams dazu, sich aus Denkschablonen zu befreien, Scheuklappen abzulegen und ausgetretene Pfade zu verlassen.
Auf allen fünf Kontinenten fahnden die beiden Managementberater und Bestsellerautoren nach Unternehmen, die so unkonventionell wie erfolgreich sind. Nach Organisationen, denen sich die besten Talente und Kunden anschließen und nach Menschen, die dafür brennen, mit ihrer Arbeit einen echten Unterschied zu machen.

Zu ihren Kunden zählen die Führungsetagen von Bayer, BMW, Deutsche Bank, Gore, IBM, Mars, Porsche, Siemens und weiterer namhafter Unternehmen.
Wenn Sie Förster & Kreuz buchen möchten, kontaktieren Sie bitte ihre Agentin Petra Steurer:
Telefon (Schweiz): 0041-71-7446522; 
Sie können Ihr Abonnement selbst konfigurieren ...
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Verantwortlich für den Inhalt: FÖRSTER & KREUZ GmbH; Geschäftsführer: Dr. Peter Kreuz,
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